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Körperlabor

Idealgewicht berechnen: Was die alten Formeln taugen

Der Rechner zeigt zuerst den Gewichtsbereich, der bei Ihrer Größe als Normalgewicht gilt, und darunter vier historische Formeln, die ursprünglich für die Dosierung von Medikamenten gedacht waren.

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Zwei Antworten auf eine Frage

„Idealgewicht“ klingt nach einer Zahl, die genau für Sie gemacht ist. Tatsächlich gibt es zwei ganz verschiedene Antworten, und der Rechner zeigt beide:

  1. Den Normalgewichtsbereich nach BMI. Er reicht von einem BMI von 18,5 bis 24,9 und wird so berechnet: 18,5 × (Größe in m)² bis 24,9 × (Größe in m)². Bei 1,75 m sind das 56,7 bis 76,3 kg. Das ist die Orientierung, die wir empfehlen.
  2. Vier historische Formeln von Devine, Robinson, Miller und Hamwi. Sie liefern je eine einzelne Zahl und sind bekannt, weil viele Rechner sie zeigen.

Woher die Formeln stammen

Die Formeln sind keine Gesundheitsempfehlungen. Sie beruhen auf Größen-Gewichts-Tabellen, die ursprünglich dazu dienten, Menschen mit dem Durchschnitt zu vergleichen, und verbreiteten sich vor allem über die Pharmakologie: Für manche Medikamente richtet sich die Dosis nach dem „idealen“ statt nach dem tatsächlichen Körpergewicht (Pai und Paloucek 2000). Robinson und Kollegen etwa leiteten ihre Formel 1983 ausdrücklich für die Berechnung von Arzneimitteldosen ab, aus den Tabellen der Metropolitan Life Insurance Company. Die Übersicht von Pai und Paloucek erklärt auch, warum sich die Formeln so ähneln: Sie stammen aus ähnlichen Tabellen.

So rechnen die Formeln

Alle vier rechnen in Zoll über 5 Fuß, also über 152,4 cm. Der Rechner teilt Ihre Größe durch 2,54 und zieht 60 Zoll ab; für jeden Zoll darüber kommt ein fester Betrag hinzu. Er verwendet die gerundeten Koeffizienten, die für diese Formeln verbreitet sind:

FormelMännerFrauen
Devine (1974)50 kg + 2,3 kg je Zoll45,5 kg + 2,3 kg je Zoll
Robinson (1983)52 kg + 1,9 kg je Zoll49 kg + 1,7 kg je Zoll
Miller (1983)56,2 kg + 1,41 kg je Zoll53,1 kg + 1,36 kg je Zoll
Hamwi (1964)48 kg + 2,7 kg je Zoll45,5 kg + 2,2 kg je Zoll

Beispiel 175 cm: 175 / 2,54 = 68,9 Zoll, also 8,9 Zoll über 5 Fuß. Für einen Mann ergibt Devine 50 + 2,3 × 8,9 = 70,5 kg. Alle vier Formeln im Überblick:

175 cmDevineRobinsonMillerHamwiBMI-Bereich
Mann70,5 kg68,9 kg68,7 kg72,0 kg56,7 bis 76,3 kg
Frau66,0 kg64,1 kg65,2 kg65,1 kg56,7 bis 76,3 kg

Bei 1,75 m entsprechen die Formelwerte einem BMI von etwa 21 bei Frauen bis 23,5 bei Männern, also Zahlen mitten im Normalbereich. Keine der Formeln kennt Alter, Körperbau, Muskelmasse oder Gesundheitszustand. Unterhalb von 152,4 cm sind sie nicht definiert; der Rechner zeigt dann nur den BMI-Bereich.

Warum wir den BMI-Bereich vorziehen

Der BMI-Bereich ist nicht perfekt, aber er beruht auf dem, was zählt: Gesundheitsdaten. In einer Auswertung von 239 Langzeitstudien war die Sterblichkeit bei Nichtrauchern ohne Vorerkrankungen zwischen einem BMI von 20 und 25 am niedrigsten (Global BMI Mortality Collaboration 2016). Ein Bereich statt einer Zahl ist dabei ehrlicher: Bei 1,75 m liegt ein Gewicht von 60 kg ebenso im Normalbereich wie eines von 75 kg. Ab 65 Jahren verschiebt sich der günstigste Bereich nach oben; in einer Metaanalyse war bei älteren Menschen ein BMI unter 23 mit höherer Sterblichkeit verbunden (Winter 2014).

Ein erreichbares Ziel statt einer Idealzahl

Wer abnehmen möchte, braucht kein Idealgewicht, sondern ein Ziel, das sich erreichen lässt. Die deutsche S3-Leitlinie zur Adipositas empfiehlt für sechs bis zwölf Monate eine Abnahme von mindestens 5 Prozent des Ausgangsgewichts bei einem BMI von 25 bis 34,9 und von mindestens 10 Prozent ab einem BMI von 35. Solche Ziele erreichen laut Leitlinie bis zu 70 Prozent der Menschen in konservativen Programmen. Ein Beispiel: Wer bei 1,75 m 95 kg wiegt (BMI 31,0), hat mit 5 Prozent ein erstes Ziel von rund 90 kg, deutlich entfernt von jeder Formelzahl und trotzdem ein echter Fortschritt.

Ergänzend lohnt der Blick auf den Taillenumfang, denn er sagt mehr über das Bauchfett als jedes Gewicht. Die Leitlinie nennt als Grenzwerte 102 cm bei Männern und 88 cm bei Frauen.

Für wen weder Formel noch Bereich passt

Wie es weitergeht

Ihren aktuellen BMI berechnet der BMI-Rechner, eine Schätzung Ihres Körperfettanteils der Körperfett-Rechner. Wenn Sie abnehmen möchten, beginnen Sie mit Ihrem Energiebedarf im Kalorienrechner und setzen Sie sich ein erreichbares Zwischenziel statt einer Idealzahl.

Diesen Rechner auf Ihrer Website einbinden

Sie können den Rechner kostenlos auf Ihrer Website oder in Ihrem Blog einbinden. Kopieren Sie den Code und fügen Sie ihn als HTML ein; die Berechnung bleibt aktuell.

Häufige Fragen

Welche Idealgewicht-Formel ist die richtige?

Keine, wenn es um ein persönliches Gesundheitsziel geht. Die Formeln von Devine, Robinson, Miller und Hamwi stammen aus Größen-Gewichts-Tabellen und wurden vor allem für die Dosierung von Medikamenten genutzt. Sie ähneln sich, weil sie auf ähnlichen Tabellen beruhen. Als Orientierung für die Gesundheit ist der BMI-Bereich von 18,5 bis 24,9 besser belegt.

Was ist mit der Broca-Formel?

Die in Deutschland verbreitete Faustregel „Körpergröße in cm minus 100“ ist noch gröber. Sie wandert mit der Größe durch den BMI-Bereich: Bei 1,60 m ergibt sie 60 kg, das entspricht einem BMI von 23,4; bei 1,75 m sind es 75 kg und ein BMI von 24,5; bei 1,90 m 90 kg und ein BMI von 24,9. Für große Menschen landet sie also an der Grenze zum Übergewicht.

Warum zeigt der Rechner unter 152,4 cm keine Formeln an?

Weil alle vier Formeln erst ab 5 Fuß, also 152,4 cm, definiert sind. Sie rechnen in Zoll über dieser Grenze; darunter würden sie unsinnige Werte liefern. Für kleinere Menschen zeigt der Rechner deshalb nur den Normalgewichtsbereich nach BMI, der für jede Körpergröße funktioniert.

Sollte ich mein Idealgewicht genau erreichen?

Nein. Eine einzelne Zahl täuscht Genauigkeit vor: Bei 1,75 m reicht der Normalgewichtsbereich von 56,7 bis 76,3 kg. Wer abnehmen möchte, setzt sich besser ein erreichbares Ziel. Die deutsche Adipositas-Leitlinie empfiehlt für sechs bis zwölf Monate mindestens 5 Prozent des Ausgangsgewichts bei einem BMI von 25 bis 34,9 und mindestens 10 Prozent ab einem BMI von 35.

Gilt das Idealgewicht auch im Alter?

Nur eingeschränkt. In einer Metaanalyse mit fast 200.000 Menschen ab 65 Jahren war Übergewicht nicht mit höherer Sterblichkeit verbunden, ein BMI unter 23 dagegen schon. Für ältere Menschen ist ein Gewicht im unteren Normalbereich also kein erstrebenswertes Ziel. Ungewollter Gewichtsverlust im Alter gehört ärztlich abgeklärt.

Quellen

  1. Pai MP, Paloucek FP. The origin of the "ideal" body weight equations. Ann Pharmacother. 2000;34(9):1066-9.
  2. Robinson JD, Lupkiewicz SM, Palenik L, et al. Determination of ideal body weight for drug dosage calculations. Am J Hosp Pharm. 1983;40(6):1016-9.
  3. World Health Organization. Obesity: preventing and managing the global epidemic. Report of a WHO consultation. WHO Technical Report Series 894. Genf: WHO; 2000.
  4. Global BMI Mortality Collaboration. Body-mass index and all-cause mortality: individual-participant-data meta-analysis of 239 prospective studies in four continents. Lancet. 2016;388(10046):776-86.
  5. Winter JE, MacInnis RJ, Wattanapenpaiboon N, Nowson CA. BMI and all-cause mortality in older adults: a meta-analysis. Am J Clin Nutr. 2014;99(4):875-90.
  6. Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) e.V. Interdisziplinäre S3-Leitlinie Prävention und Therapie der Adipositas. Version 5.0, AWMF-Register 050-001. 2024.

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