Zum Inhalt springen
Körperlabor

Training

Sixpack: Ab welchem Körperfettanteil sieht man die Bauchmuskeln?

Kettlebells und eine Trainingsmatte auf dem Holzboden eines hellen Fitnessraums
Foto: TUBARONES PHOTOGRAPHY / Pexels
KÖRPERLABOR KEINE EVIDENZ 19. Oktober 2026

Die kurze Antwort

Einen festen Körperfettanteil für ein sichtbares Sixpack gibt es nicht. Faustwerte von etwa 10 bis 12 Prozent bei Männern und 16 bis 18 Prozent bei Frauen sind Erfahrungswerte, keine Studienergebnisse. Ob die Bauchmuskeln sichtbar werden, hängt auch von der Fettverteilung und der Anatomie ab. Zudem liegt schon die Maßband-Methode oft 3 bis 4 Prozentpunkte daneben.

Keine Evidenz: Keine Studie hat gemessen, ab welchem Körperfettanteil Bauchmuskeln sichtbar werden; die verbreiteten Prozentwerte sind Erfahrungswerte aus der Fitnesspraxis. Untersucht sind nur Randfragen wie der Messfehler der Methoden, der fehlende gezielte Fettabbau durch Bauchtraining und die Folgen sehr niedriger Fettwerte, meist an kleinen Gruppen.

Das Wichtigste

  • Keine Studie hat gemessen, ab welchem Körperfettanteil Bauchmuskeln sichtbar werden; 10 bis 12 Prozent bei Männern sind ein Erfahrungswert.
  • Die Maßband-Methode lag bei 609 US-Marines im Mittel bis zu 2,6 Prozentpunkte neben DXA, einzelne Werte streuten um rund 4 Punkte.
  • Sechs Wochen Bauchtraining verringerten in einer Studie mit 24 Erwachsenen weder Bauchfett noch Bauchumfang, nur die Ausdauer stieg.
  • Fitnesssportlerinnen, die auf im Mittel 12,7 Prozent Körperfett diäteten, hatten zu 63 Prozent Zyklusstörungen, die Vergleichsgruppe zu 30 Prozent.
  • Das IOC warnt vor dem relativen Energiedefizit im Sport (RED-S): Dauerhafter Energiemangel stört Hormone, Zyklus, Knochen und Abwehr.

Sie trainieren regelmäßig, essen bewusst, und am Bauch zeichnet sich trotzdem kein Sixpack ab. Naheliegend ist die Frage nach dem Körperfettanteil, ab dem die Bauchmuskeln sichtbar werden. Die kurze Antwort: Einen festen Wert gibt es nicht. Die Zahlen, die im Netz kursieren, sind Faustregeln aus der Fitnesspraxis und kein Ergebnis von Studien.

Wovon die Sichtbarkeit tatsächlich abhängt, wie ungenau Körperfettmessungen sind, was Bauchtraining bringt und ab wann wenig Körperfett zum Gesundheitsrisiko wird, zeigen die folgenden Abschnitte.

Ab welchem Körperfettanteil sieht man ein Sixpack?

Einen belegten Grenzwert gibt es nicht. Verbreitete Faustwerte liegen bei etwa 10 bis 12 Prozent Körperfett für Männer und 16 bis 18 Prozent für Frauen. Eine Studie, die das gemessen hätte, haben wir nicht gefunden. Ob die Bauchmuskeln sichtbar werden, hängt außerdem von der Fettverteilung und der Anatomie ab, und jeder Messwert kann um mehrere Prozentpunkte danebenliegen.

Die genannten Zahlen stehen zum Beispiel im Ratgeber eines Herstellers von Körperfett-Messgeräten. Demnach werde ein klares Sixpack bei Männern mit 10 bis 12 Prozent sichtbar, eine deutliche Bauchdefinition bei Frauen mit 16 bis 18 Prozent. Eine Studie für diese Schwellen nennt der Beitrag nicht, er spricht selbst von einem fließenden Übergang. Auch unsere Suche in der Studiendatenbank PubMed ergab keine Untersuchung, die Körperfettanteil und sichtbare Bauchmuskeln miteinander verglichen hätte.

Das klingt seltsamer, als es ist. Ein Muskel zeichnet sich ab, wenn die Fettschicht darüber dünn genug ist. Der Körperfettanteil beschreibt aber das Fett im ganzen Körper, nicht die Schicht über dem Bauch. Zwei Menschen mit demselben Prozentwert können deshalb ganz unterschiedlich aussehen.

Sixpack Mann und Sixpack Frau: Was die ACE-Kategorien bedeuten

Unser Körperfettanteil-Rechner ordnet Ergebnisse nach den Normwerten des American Council on Exercise (ACE) ein, einer US-Organisation, die Fitnesstrainer zertifiziert. Diese Kategorien beschreiben, wo ein Wert liegt. Eine Sixpack-Grenze ist keine davon.

Kategorie nach ACEMännerFrauen
Essenzielles Fettunter 6 %unter 14 %
Athletisch6 bis 13 %14 bis 20 %
Fitness14 bis 17 %21 bis 24 %
Durchschnittlich18 bis 24 %25 bis 31 %
Erhöhtab 25 %ab 32 %

Die Faustwerte für ein Sixpack fallen in die Kategorie „Athletisch“. Darunter beginnt der Bereich des essenziellen, also lebensnotwendigen Fetts: ACE setzt es bei Männern mit 2 bis 5 Prozent an, bei Frauen mit 10 bis 13 Prozent. Werte unter 6 Prozent bei Männern und unter 14 Prozent bei Frauen hält ACE für möglicherweise gefährlich niedrig.

Dass Frauen in jeder Kategorie höher liegen, ist Biologie und kein Trainingsrückstand. Frauen haben im Mittel mehr Körperfett als Männer und lagern es anders: relativ mehr an Hüften und Oberschenkeln, während bei Männern die Fetteinlagerung am Bauch typisch ist (Karastergiou 2012). Für ein Sixpack bei Frauen kann deshalb nicht derselbe Prozentwert gelten wie für ein Sixpack bei Männern.

Warum ein einziger Prozentwert nicht passt

Wo der Körper Fett einlagert, ist zu einem guten Teil erblich. Für das Verhältnis von Taillen- zu Hüftumfang, ein gängiges Maß der Fettverteilung, liegt der erbliche Anteil laut einer Übersichtsarbeit bei bis zu etwa 60 Prozent, auch wenn man den BMI herausrechnet (Schleinitz 2014). Wer Fett bevorzugt am Bauch speichert, dürfte für sichtbare Bauchmuskeln einen niedrigeren Gesamtwert brauchen als jemand, der es an Hüften und Beinen anlegt.

Selbst unter Sportlern verteilt sich das Unterhautfett so unterschiedlich, dass eine Arbeitsgruppe unter dem Dach der Medizinischen Kommission des IOC empfiehlt, es an mindestens acht Stellen zu messen, darunter am oberen und am unteren Bauch (Müller 2016).

Hinzu kommt die Anatomie. Die Felder des Sixpacks entstehen durch quer verlaufende Sehnenstreifen im geraden Bauchmuskel. In einer Untersuchung an 32 Körperspendern hatten 30 drei Paare solcher Zwischensehnen, zwei hatten vier (Broyles 2018). Angelegt werden sie im Mutterleib, nachweisbar etwa ab der elften Schwangerschaftswoche (Iwasa 2024). Wie viele Felder sich abzeichnen können, steht also fest, bevor jemand den ersten Crunch macht.

Bleibt die Muskulatur selbst. Bauchtraining macht sie messbar kräftiger und ausdauernder. Ob dickere Bauchmuskeln schon bei etwas mehr Körperfett sichtbar werden, ist plausibel, wurde nach unserer Recherche aber nicht untersucht.

Wie genau ist Ihr Körperfettwert?

Selbst wenn es einen festen Sixpack-Wert gäbe, könnten Sie ihn kaum zuverlässig ablesen. In einer Studie mit 609 fitten US-Marines, 430 Männern und 179 Frauen, verglichen Forschende die Umfangsformeln von Hodgdon und Beckett, auf denen auch unser Rechner beruht, mit einer DXA-Messung (Dual-Röntgen-Absorptiometrie). Bei Männern lag die Formel im Mittel 2,5 bis 2,6 Prozentpunkte zu niedrig, bei Frauen 1,3 bis 2,3 Punkte zu hoch (Potter 2022).

Infokarte: Die Maßband-Methode schätzt den Körperfettanteil nur auf etwa 3 bis 4 Prozentpunkte genau
Bei 609 US-Marines lag die Umfangsformel im Mittel bis zu 2,6 Punkte neben DXA, Einzelwerte streuten stärker.

Für den Einzelnen zählt vor allem die Streuung: Die Standardabweichung der Fehler lag bei 3,7 bis 4,8 Punkten. Schlanke Menschen wurden eher zu hoch eingeschätzt, Menschen mit viel Körperfett zu niedrig. Wir geben die Genauigkeit der Maßband-Methode deshalb mit etwa ±3 bis 4 Prozentpunkten an. Ein gemessener Wert von 12 Prozent kann also tatsächlich auch 9 oder 15 Prozent bedeuten.

Andere Alltagsmethoden sind nicht automatisch besser. Ein professionelles Bioimpedanz-Gerät lag in derselben Studie näher an DXA, handelsübliche Körperfettwaagen wurden nicht geprüft. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hält einfache Verfahren, die den Fettanteil über Regressionsformeln schätzen, für nicht valide und stark vom Wasserhaushalt beeinflusst. Es empfiehlt Hautfaltenmessung, Ultraschall oder DXA durch geschultes Personal.

Streng genommen gehört auch die Maßband-Formel zu diesen Schätzverfahren. Laut der Marines-Studie taugt sie zur groben Einordnung, nicht für exakte Werte. Faustwerte ohne Angabe der Messmethode lassen sich deshalb kaum mit dem Wert Ihrer Waage oder Ihres Maßbands vergleichen.

Machen Bauchübungen das Fett am Bauch weg?

Kaum. In einer randomisierten Studie mit 24 untrainierten Erwachsenen machte eine Gruppe sechs Wochen lang an fünf Tagen pro Woche sieben Bauchübungen mit je zwei Sätzen à zehn Wiederholungen, die andere trainierte nicht. Alle hielten ihre Kalorienzufuhr konstant. Körpergewicht, Körperfettanteil, Bauchfettanteil, Bauchumfang und Hautfalten am Bauch änderten sich mit Training nicht stärker als ohne. Nur die Ausdauer stieg: 47 statt 32 Curl-ups (Vispute 2011).

Bei 40 Frauen mit Übergewicht brachten zwölf Wochen Bauchtraining zusätzlich zur Diät keinen Vorteil. Das per Ultraschall gemessene Unterhautfett am Bauch nahm in beiden Gruppen ab, mit Training nicht stärker als ohne (Kordi 2015). Eine Metaanalyse von 13 Studien mit 1.158 Teilnehmenden, die trainierte und untrainierte Arme oder Beine derselben Personen verglich, fand keinen örtlichen Fettabbau (Ramirez-Campillo 2022).

Eine kleine Gegenstimme gibt es: In einer Studie mit 16 übergewichtigen Männern verloren diejenigen, die zehn Wochen lang Laufen mit Crunches und Rumpfdrehungen kombinierten, am Rumpf rund 700 g mehr Fett als die, die nur liefen. Insgesamt verloren beide Gruppen aber ähnlich viel Fett (Brobakken 2023). Bauchtraining macht die Muskeln kräftiger, das Fett darüber schwindet im Wesentlichen mit dem Fett am ganzen Körper.

Was die Studien nicht zeigen

  • Keine Studie hat gemessen, ab welchem Körperfettanteil Bauchmuskeln sichtbar werden, weder bei Männern noch bei Frauen. Die Faustwerte sind Erfahrungswerte, und ohne Angabe der Messmethode sind sie kaum vergleichbar.
  • Ob gezieltes Bauchtraining die Muskeln so weit verdickt, dass sie bei höherem Fettanteil durchscheinen, ist offen.
  • Die Studien zum Fettabbau am Bauch sind klein und kurz: 24 Menschen über sechs Wochen, 40 Frauen über zwölf Wochen. Die Metaanalyse stützt sich auf Arme und Beine.
  • Die Hormondaten zu sehr niedrigem Körperfett stammen aus einer Fallstudie, von 27 Wettkampfsportlerinnen und von Soldaten unter Extrembedingungen; die meisten Sportlerinnen verhüteten zudem hormonell. Eine Untergrenze, die für jeden sicher ist, lässt sich daraus nicht ableiten.

Körperfettanteil reduzieren: Was realistisch ist

Für Versprechen wie „Sixpack in 30 Tagen“ gibt es keine Grundlage. Wie lange der Weg dauert, hängt vom Ausgangswert ab, und den kennen Sie nur auf einige Prozentpunkte genau. Belegt sind die Grundzüge:

Kettlebells auf dem Boden eines Trainingsraums
In der Studie mit 24 Leistungssportlern trainierten alle auch während der Diät viermal pro Woche mit Gewichten. Foto: RDNE Stock project / Pexels
  1. Ein moderates Kaloriendefizit einplanen. Ohne Diät veränderte sich das Körperfett in der Bauchtrainingsstudie nicht, mit Diät schwand das Bauchfett auch ohne Bauchübungen (Vispute 2011, Kordi 2015). Wie viel Sie zum Abnehmen essen sollten, schätzt der Kaloriendefizit-Rechner.
  2. Langsam abnehmen. In einer Studie mit 24 Leistungssportlern sollte eine Gruppe 0,7 Prozent ihres Körpergewichts pro Woche verlieren, die andere 1,4 Prozent. Beide nahmen gut 5,5 Prozent ab. Die langsame Gruppe brauchte dafür 8,5 statt 5,3 Wochen, verlor aber 31 statt 21 Prozent ihrer Fettmasse und baute 2,1 Prozent Magermasse auf; in der schnellen Gruppe blieb die Magermasse unverändert (Garthe 2011).
  3. Krafttraining beibehalten. Alle Teilnehmenden dieser Studie trainierten während der Diät viermal pro Woche mit Gewichten.
  4. Genug Eiweiß essen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt gesunden Erwachsenen von 19 bis unter 65 Jahren, die bis zu fünf Stunden pro Woche Sport treiben, 0,8 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht am Tag, bei mehr als fünf Stunden 1,2 bis 2,0 g. Bei geplanter Gewichtsabnahme unter Erhalt der Muskelmasse darf es zeitweise etwas mehr sein. Ihren Wert ermittelt der Proteinbedarf-Rechner.
  5. Den Verlauf beobachten. Weil schon die Methode um mehrere Prozentpunkte danebenliegen kann, sagt ein Einzelwert wenig. Vergleichen Sie Messungen mit derselben Methode unter gleichen Bedingungen über Wochen.

Wann wenig Körperfett gefährlich wird

Sehr niedrige Werte haben einen messbaren Preis. Drei Untersuchungen zeigen, was mit den Hormonen passiert, wenn Frauen und Männer sehr wenig Körperfett erreichen:

StudieWerDauerKörperfettWas sich veränderte
Hulmi 201627 Fitnesssportlerinnen, 23 Frauen zum Vergleichrund 20 Wochen Diät23,1 auf 12,7 % (DXA)Leptin, T3, Testosteron und Östradiol gesunken; Zyklusstörungen bei 63 statt 30 %
Rossow 20131 dopingfreier Bodybuilder6 Monate Wettkampfvorbereitung14,8 auf 4,5 %Testosteron 9,22 auf 2,27 ng/ml, Herzfrequenz 53 auf 27 Schläge pro Minute
Friedl 200049 Soldaten im Ranger-Lehrgang der US-Armee8 Wochen, Defizit rund 1.200 kcal am Tagbei den meisten auf minimalem NiveauTestosteron nahe Kastrationsniveau, T3 unter dem Normalbereich

Die Fitnesssportlerinnen landeten mit 12,7 Prozent im Bereich, den ACE bei Frauen als essenzielles Fett führt. Nach drei bis vier Monaten mit mehr Essen hatten sich die meisten Werte erholt, T3 und Testosteron noch nicht (Hulmi 2016). Beim Bodybuilder normalisierte sich das Testosteron nach dem Wettkampf, seine Kraft war sechs Monate später aber noch nicht ganz zurück (Rossow 2013). Bei den Soldaten kamen Schlafmangel und Dauerbelastung hinzu; mit ausreichend Essen erholten sich ihre Werte rasch (Friedl 2000).

Das IOC fasst solche Folgen unter dem Begriff relatives Energiedefizit im Sport zusammen, kurz RED-S, seit 2023 REDs. Gemeint ist, dass die Nahrung den Energiebedarf von Training und Alltag über längere Zeit nicht deckt. Betroffen sein können Stoffwechsel, Zyklus, Knochen, Immunsystem, Eiweißaufbau und Herz-Kreislauf-System, bei Frauen wie bei Männern (IOC 2014, IOC 2023).

Lassen Sie sich ärztlich untersuchen, wenn eines dieser Warnzeichen auftritt:

  • Die Periode bleibt drei Zyklen in Folge oder länger aus. Unter hormoneller Verhütung taugt dieses Zeichen nicht, weil sich der Zyklus dann nicht verlässlich beurteilen lässt.
  • Die Lust auf Sex lässt deutlich nach, morgendliche Erektionen werden seltener.
  • Es kommt wiederholt zu Stressfrakturen, also Ermüdungsbrüchen.

Jugendliche unter 18 Jahren sollten ihren Körperfettanteil laut IOC nur aus medizinischen Gründen bestimmen lassen. Wer eine Essstörung hat oder hatte, bespricht Diätpläne vorher mit der Ärztin, dem Arzt oder der Therapeutin. Beratung, auch für Angehörige, bietet das Infotelefon zu Essstörungen des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) unter 0221 89 20 31.

Berechnen Sie Ihren Körperfettanteil mit dem KFA-Rechner und sehen Sie, in welcher ACE-Kategorie Sie liegen und wie sich Ihr Wert über Wochen entwickelt.

Passender RechnerKörperfettanteil berechnen: KFA-Rechner mit Tabelle für Mann und Frau

Häufige Fragen

Hat jeder Mensch ein Sixpack unter dem Bauchfett?

Die Anlage dafür ist angeboren. Der gerade Bauchmuskel wird durch quer verlaufende Sehnenstreifen in Felder geteilt, die schon im Mutterleib entstehen. In einer Untersuchung an 32 Körperspendern hatten 30 drei Paare dieser Zwischensehnen, zwei hatten vier. Ob die Felder sichtbar werden, entscheidet vor allem die Fettschicht darüber. Wie viele es sind, ist dagegen anatomisch festgelegt.

Wie lange dauert es bis zum sichtbaren Sixpack?

Das hat keine Studie untersucht, und es hängt vom Ausgangswert ab, den Sie nur auf einige Prozentpunkte genau kennen. Für das Tempo gibt es einen Anhaltspunkt: Leistungssportler, die 0,7 Prozent ihres Körpergewichts pro Woche abnahmen, verloren mehr Fett und bauten zugleich Magermasse auf, anders als eine Gruppe mit doppeltem Tempo. Feste Fristen wie 30 Tage lassen sich deshalb nicht seriös versprechen.

Warum zeigen manche schon bei höherem Körperfett Bauchmuskeln?

Weil der Prozentwert das Fett im ganzen Körper beschreibt, nicht die Schicht über dem Bauch. Wo der Körper Fett speichert, ist zu einem guten Teil erblich: Beim Verhältnis von Taille zu Hüfte schätzt eine Übersichtsarbeit den erblichen Anteil auf bis zu etwa 60 Prozent. Dazu kommt der Messfehler. Maßband-Formel, Bioimpedanz und DXA liefern für dieselbe Person unterschiedliche Werte; beim Maßband streuten die Abweichungen um rund 4 Prozentpunkte.

Was bedeutet RED-S?

RED-S steht für Relative Energy Deficiency in Sport, auf Deutsch relatives Energiedefizit im Sport. Das IOC führte den Begriff 2014 ein und kürzt ihn seit 2023 als REDs ab. Gemeint sind die Folgen, wenn die Nahrung den Bedarf von Training und Alltag dauerhaft nicht deckt, etwa Zyklusstörungen, niedriges Testosteron, geschwächte Knochen und Abwehr. Psychische Probleme können Ursache oder Folge sein. Betroffen sind Frauen und Männer.

Ist ein Sixpack ein sinnvolles Ziel für Jugendliche?

Das IOC rät, den Körperfettanteil unter 18 Jahren nur aus medizinischen Gründen zu messen. Der Grund: Druck, einem athletischen Körperideal zu entsprechen, kann zu Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, Energiemangel und gestörtem Essverhalten führen, mit möglicherweise lang anhaltenden Folgen gerade bei jungen Sportlern. Eltern, die sich Sorgen machen, erreichen das Infotelefon zu Essstörungen des BIÖG unter 0221 89 20 31.

Quellen

  1. Brown J. What Body Fat Percentage Do You Need to See Abs? InBody USA (Hersteller von Körperanalysegeräten), Blogbeitrag vom 3. Juni 2025.
  2. American Council on Exercise (ACE). Ideal Body Fat Percentage Chart, wiedergegeben in: TomTom, ACE Body Composition Percentage Chart (Produkthandbuch).
  3. American Council on Exercise (ACE). Body Fat Percentage: Charting Averages in Men and Women (Very Well Health). ACE Press Room, 26. Februar 2024.
  4. Potter AW, Tharion WJ, Holden LD, Pazmino A, Looney DP, Friedl KE. Circumference-Based Predictions of Body Fat Revisited: Preliminary Results From a US Marine Corps Body Composition Survey. Front Physiol. 2022;13:868627.
  5. Mountjoy M, Ackerman KE, Bailey DM, Burke LM, Constantini N, Hackney AC, Heikura IA, Melin A, Pensgaard AM, Stellingwerff T, Sundgot-Borgen JK, Torstveit MK, Jacobsen AU, Verhagen E, Budgett R, Engebretsen L, Erdener U. 2023 International Olympic Committee's (IOC) consensus statement on Relative Energy Deficiency in Sport (REDs). Br J Sports Med. 2023;57(17):1073-1097.
  6. Mountjoy M, Sundgot-Borgen J, Burke L, Carter S, Constantini N, Lebrun C, Meyer N, Sherman R, Steffen K, Budgett R, Ljungqvist A. The IOC consensus statement: beyond the Female Athlete Triad--Relative Energy Deficiency in Sport (RED-S). Br J Sports Med. 2014;48(7):491-497.
  7. Schleinitz D, Böttcher Y, Blüher M, Kovacs P. The genetics of fat distribution. Diabetologia. 2014;57(7):1276-1286.
  8. Karastergiou K, Smith SR, Greenberg AS, Fried SK. Sex differences in human adipose tissues - the biology of pear shape. Biol Sex Differ. 2012;3(1):13.
  9. Müller W, Lohman TG, Stewart AD, Maughan RJ, Meyer NL, Sardinha LB, Kirihennedige N, Reguant-Closa A, Risoul-Salas V, Sundgot-Borgen J, Ahammer H, Anderhuber F, Fürhapter-Rieger A, Kainz P, Materna W, Pilsl U, Pirstinger W, Ackland TR. Subcutaneous fat patterning in athletes: selection of appropriate sites and standardisation of a novel ultrasound measurement technique: ad hoc working group on body composition, health and performance, under the auspices of the IOC Medical Commission. Br J Sports Med. 2016;50(1):45-54.
  10. Broyles JM, Schuenke MD, Patel SR, Vail CM, Broyles HV, Dellon AL. Defining the Anatomy of the Tendinous Intersections of the Rectus Abdominis Muscle and Their Clinical Implications in Functional Muscle Neurotization. Ann Plast Surg. 2018;80(1):50-53.
  11. Iwasa Y, Kanahashi T, Matsubayashi J, Matsubayashi J, Imai H, Otani H, Yamada S, Takakuwa T. Formation of tendinous intersections in the human fetal rectus abdominis. J Anat. 2024;245(3):365-376.
  12. Vispute SS, Smith JD, LeCheminant JD, Hurley KS. The effect of abdominal exercise on abdominal fat. J Strength Cond Res. 2011;25(9):2559-2564.
  13. Kordi R, Dehghani S, Noormohammadpour P, Rostami M, Mansournia MA. Effect of abdominal resistance exercise on abdominal subcutaneous fat of obese women: a randomized controlled trial using ultrasound imaging assessments. J Manipulative Physiol Ther. 2015;38(3):203-209.
  14. Ramirez-Campillo R, Andrade DC, Clemente FM, Afonso J, Pérez-Castilla A, Gentil P. A proposed model to test the hypothesis of exercise-induced localized fat reduction (spot reduction), including a systematic review with meta-analysis. Human Movement. 2022;23(3):1-14.
  15. Brobakken MF, Krogsaeter I, Helgerud J, Wang E, Hoff J. Abdominal aerobic endurance exercise reveals spot reduction exists: A randomized controlled trial. Physiol Rep. 2023;11(22):e15853.
  16. Garthe I, Raastad T, Refsnes PE, Koivisto A, Sundgot-Borgen J. Effect of two different weight-loss rates on body composition and strength and power-related performance in elite athletes. Int J Sport Nutr Exerc Metab. 2011;21(2):97-104.
  17. Hulmi JJ, Isola V, Suonpää M, Järvinen NJ, Kokkonen M, Wennerström A, Nyman K, Perola M, Ahtiainen JP, Häkkinen K. The Effects of Intensive Weight Reduction on Body Composition and Serum Hormones in Female Fitness Competitors. Front Physiol. 2016;7:689.
  18. Rossow LM, Fukuda DH, Fahs CA, Loenneke JP, Stout JR. Natural bodybuilding competition preparation and recovery: a 12-month case study. Int J Sports Physiol Perform. 2013;8(5):582-592.
  19. Friedl KE, Moore RJ, Hoyt RW, Marchitelli LJ, Martinez-Lopez LE, Askew EW. Endocrine markers of semistarvation in healthy lean men in a multistressor environment. J Appl Physiol (1985). 2000;88(5):1820-1830.
  20. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Positionspapier zur Proteinzufuhr im Sport. Presseinformation 13/2020, zur Position der Arbeitsgruppe Sporternährung der DGE (König D, Carlsohn A, Braun H, et al. Ernährungs Umschau 2020;67(7)).
  21. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Infotelefon zu Essstörungen.

Das könnte Sie auch interessieren