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Proteinshake zum Abnehmen: Was Eiweißshakes wirklich bringen

Ein Glas mit hellem Eiweißshake neben einer Schale Haferflocken auf einem Küchentisch.
Foto: Felicity Tai / Pexels
KÖRPERLABOR BEGRENZTE EVIDENZ 3. November 2026

Die kurze Antwort

Ein Proteinshake hilft beim Abnehmen nur, wenn er eine Mahlzeit ersetzt und Sie insgesamt weniger Kalorien essen. In Metaanalysen randomisierter Studien verloren Menschen mit Mahlzeitenersatz nach einem Jahr etwa 1,4 bis 2,6 kg mehr als mit einer vergleichbaren Diät ohne Shakes. Zusätzlich zum gewohnten Essen getrunken liefert ein Eiweißshake vor allem weitere Kalorien; dass er so beim Abnehmen hilft, ist nicht belegt.

Begrenzte Evidenz: Mehrere Metaanalysen randomisierter Studien mit Tausenden Teilnehmenden zeigen übereinstimmend einen kleinen Zusatzeffekt, wenn Shakes Mahlzeiten in einer Diät ersetzen. Viele Studien sind aber industrienah und uneinheitlich, der Vorsprung schrumpft nach zwei Jahren, und für Shakes als Zusatz zum normalen Essen gibt es keinen Beleg.

Das Wichtigste

  • Gegenüber Diätberatung allein brachte Mahlzeitenersatz in sechs randomisierten Studien mit 454 Personen nach einem Jahr im Mittel 1,44 kg mehr Gewichtsverlust.
  • Ohne Kaloriendefizit verändert mehr Eiweiß Gewicht, Fettmasse und Taillenumfang nicht, so eine DGE-Übersicht über 33 systematische Reviews.
  • Eiweißreiche Diäten mit gleicher Kalorienmenge erhielten in 24 Studien 0,43 kg mehr fettfreie Masse; stärkere Sättigung fanden 3 von 5 Studien.
  • Für Formula-Diäten schreibt die EU 600 bis 1200 kcal und 75 bis 105 g Eiweiß pro Tag vor; Proteinpulver hat keine solchen Vorgaben.
  • Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann viel Eiweiß schaden; Schwangerschaft, Stillzeit und Essstörungen schließen sehr kalorienarme Formula-Diäten laut Leitlinie aus.

Sie möchten abnehmen und fragen sich, ob ein Proteinshake hilft, morgens statt des Frühstücks oder zusätzlich nach dem Sport. Die kurze Antwort: Ein Proteinshake zum Abnehmen wirkt nur als Ersatz für eine Mahlzeit, wenn Sie dadurch insgesamt weniger Kalorien essen. Dann zeigen Studien einen kleinen Vorteil von etwa 1,4 bis 2,6 kg nach einem Jahr. Als Zusatz zum gewohnten Essen liefert ein Shake vor allem weitere Kalorien.

Hilft ein Proteinshake beim Abnehmen?

Ja, aber nur unter einer Bedingung: Der Shake muss eine Mahlzeit ersetzen und Teil eines Kaloriendefizits sein. In einer großen Metaanalyse verloren Menschen mit Mahlzeitenersatz nach einem Jahr im Mittel 1,44 kg mehr als mit Diätberatung allein. Dass ein Eiweißshake zusätzlich zum normalen Essen schlanker macht, ist nicht belegt.

Der Mechanismus ist unspektakulär. Laut Begründung der EU-Verordnung zu Mahlzeitenersatz ist die Wirkung solcher Produkte an den festgelegten Energiegehalt und den relativ hohen Eiweiß- bei niedrigem Fettanteil geknüpft. Energie spart ein Shake aber nur, wenn er eine kalorienreichere Mahlzeit verdrängt.

Was zeigen die Studien zu Mahlzeitenersatz?

Heymsfield 2003: sechs Studien mit Trinknahrung

Die erste Metaanalyse zum Mahlzeitenersatz erschien 2003 (Heymsfield 2003). Sie wertete die Rohdaten von sechs randomisierten Studien mit Erwachsenen ab einem BMI von 25 aus, die mindestens drei Monate dauerten. Beide Gruppen sollten gleich viele Kalorien essen, mehr als 800 und höchstens 1600 kcal am Tag: die eine mit angereicherter Trinknahrung statt ein oder zwei Mahlzeiten, die andere mit normaler kalorienreduzierter Kost.

Infokarte: Mahlzeitenersatz brachte nach einem Jahr im Mittel 1,44 kg mehr Gewichtsverlust als Diätberatung allein
Gegenüber Diätberatung allein, sechs Studien der Oxford-Metaanalyse; nach zwei Jahren nicht mehr gesichert.

Abgenommen haben beide Gruppen, mit Shakes etwa 7 bis 8 Prozent des Körpergewichts, ohne Shakes etwa 3 bis 7 Prozent. Nach drei Monaten lag die Shake-Gruppe 2,54 kg vorn, nach einem Jahr 2,43 kg, was in der Hauptanalyse statistisch nicht gesichert war; nur unter denen, die durchhielten, waren es gesicherte 2,63 kg. Nach einem Jahr hatten mit Shakes weniger Menschen abgebrochen.

Astbury 2019: 23 Studien und ein Jahr Beobachtung

Deutlich breiter ist eine Metaanalyse der Universität Oxford (Astbury 2019): 23 randomisierte Studien mit 7884 Erwachsenen mit Übergewicht oder Adipositas, gemessen wurde das Gewicht nach einem Jahr. Gezählt wurden Shakes, Riegel, Suppen oder portionierte Fertiggerichte für mindestens eine Mahlzeit am Tag; komplette Formula-Diäten waren ausgeschlossen.

Gegenüber einer Diätberatung ohne Ersatzprodukte (sechs Studien, 454 Personen) verloren die Gruppen mit Mahlzeitenersatz im Mittel 3,0 kg, die Vergleichsgruppen 1,5 kg; der berechnete Unterschied betrug 1,44 kg. Bei gleicher Betreuung in beiden Gruppen waren es 2,22 kg. Am größten war der Vorsprung mit 6,13 kg, als nur die Ersatz-Gruppen intensiv betreut wurden (im Median 73 Termine gegenüber 2), sodass sich der Anteil der Produkte nicht abgrenzen lässt.

Nur 6 der 23 Studien hatten in allen Bereichen ein geringes Risiko für Verzerrungen, viele wurden von der Industrie finanziert oder unterstützt. Außerdem schrumpft der Vorteil: In den zwei Studien mit Daten nach zwei Jahren lag die Ersatz-Gruppe nur noch 0,39 kg vorn, statistisch nicht mehr gesichert.

StudieUmfangDauerErgebnis
Heymsfield 20036 Studien3 bis 12 Monate2,54 kg mehr nach 3 Monaten, 2,43 bis 2,63 kg nach 1 Jahr
Astbury 201923 Studien, 7884 Personen1 bis 2 Jahre1,44 kg mehr nach 1 Jahr, 0,39 kg nach 2 Jahren (nicht gesichert)
Wycherley 201224 Studien, 1063 Personenim Mittel 12 Wocheneiweißreiche Diät: 0,79 kg mehr Gewichtsverlust, 0,43 kg mehr fettfreie Masse
DROPLET 2018278 Personen1 JahrFormula-Diät 10,7 kg, übliche Beratung 3,1 kg weniger

Warum Eiweiß in der Diät hilft: Muskeln und Sättigung

Eine Metaanalyse von 24 Studien mit 1063 Erwachsenen verglich Diäten mit gleicher Kalorien- und Fettmenge, die sich nur im Verhältnis von Eiweiß zu Kohlenhydraten unterschieden (Wycherley 2012). Nach im Mittel zwölf Wochen verloren die Gruppen mit mehr Eiweiß 0,79 kg mehr Gewicht und 0,87 kg mehr Fett. Sie büßten zudem 0,43 kg weniger fettfreie Masse ein, zu der unter anderem die Muskulatur zählt, und ihr Energieverbrauch in Ruhe sank weniger stark.

Beim Sättigungsgefühl ist die Datenlage dünner, als die Werbung nahelegt: In derselben Analyse fanden nur 3 von 5 Studien, die danach gefragt hatten, eine stärkere Sättigung. In Labortests steigerte mehr Eiweiß in einer Testmahlzeit das Sättigungsgefühl über zwei bis vier Stunden stärker als wenig Eiweiß. In die Metaanalyse dazu passten aber nur fünf Studien, und das Forschungsteam mahnt zur Vorsicht, daraus auf das Körpergewicht zu schließen (Dhillon 2016).

Die Protein-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bleibt ebenfalls vorsichtig: Eiweißreiche Kost senkte in Diäten Gewicht und Fettmasse meist stärker, die Belege dafür stuft ihre Übersicht über 33 systematische Reviews wegen geringer methodischer Qualität aber als unzureichend ein (Ellinger 2024). Bei Frauen erhöhte Molkenprotein als Nahrungsergänzung in 13 Studien die fettfreie Masse um 0,37 kg, ohne die Fettmasse messbar zu verändern; mit Kaloriendefizit waren es 0,90 kg, ohne Defizit war der Effekt nicht gesichert (Bergia 2018).

Bringt ein Eiweißshake zusätzlich zum Essen etwas?

Für das Gewicht nach heutigem Wissen nicht. Die DGE-Übersicht kommt zu dem Schluss, dass mehr Eiweiß ohne Kaloriendefizit Körpergewicht, Fettmasse und Taillenumfang bei Erwachsenen nicht verändert; die Evidenz stuft sie als „möglich“ ein. In einer Pressemitteilung formuliert die DGE es so: „Muskelaufbau oder Schlanksein passiert nicht allein durch mehr Protein bei unveränderter Ernährung und Bewegung.“

Am ehesten spricht eine Studie aus den USA für Shakes als Zusatz (Baer 2011). 90 Erwachsene mit Übergewicht oder Adipositas tranken 23 Wochen lang ohne Diätvorgaben täglich rund 400 kcal in Form eines Getränks mit Molkenprotein, Sojaprotein oder Kohlenhydraten. Am Ende war die Molkengruppe 1,8 kg leichter und hatte 2,3 kg weniger Fett als die Kohlenhydratgruppe, Soja unterschied sich von keiner der beiden.

Verglichen wurde allerdings mit einem gleich kalorienreichen Maltodextrin-Getränk, nicht mit gar keinem Getränk. Dass ein Molkenshake zusätzlich zur gewohnten Kost schlanker macht, belegt die Studie damit nicht. Finanziert wurde die Studie vom US-Landwirtschaftsministerium und einem Konsortium der Molkenprotein-Branche.

Ob die Eiweißsorte eine Rolle spielt, ist laut DGE-Übersicht offen. Mehr zu Pulvern und Präparaten finden Sie im Themenbereich Nahrungsergänzung.

Proteinpulver, Mahlzeitenersatz, Formula-Diät: Wo liegt der Unterschied?

Im Regal sehen die Dosen ähnlich aus, rechtlich sind es drei Produktgruppen. Lebensmittel für Sportler wie Proteinpulver und auch Mahlzeitenersatz gelten in Deutschland seit dem 20. Juli 2016 als Lebensmittel des allgemeinen Verzehrs, für die nur das allgemeine Lebensmittelrecht gilt, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) erläutert. Besondere Vorgaben zur Zusammensetzung hat ein Proteinpulver damit nicht.

Mit der zugelassenen Aussage zur Gewichtsabnahme darf ein Mahlzeitenersatz nur werben, wenn er die Bedingungen der Verordnung (EU) 2016/1413 erfüllt (siehe Tabelle). Die Aussage lautet, dass das Ersetzen von zwei Hauptmahlzeiten im Rahmen einer kalorienarmen Ernährung zur Gewichtsabnahme beiträgt, verbunden mit dem Hinweis, dass das Produkt nur in einer kalorienarmen Ernährung mit anderen Lebensmitteln wirkt.

Am strengsten geregelt sind Tagesrationen für gewichtskontrollierende Ernährung, also Formula-Diäten, die alle Mahlzeiten ersetzen (Delegierte Verordnung (EU) 2017/1798, anzuwenden seit 27. Oktober 2022). Werbung mit Tempo oder Umfang der Abnahme ist für sie verboten, und in Deutschland müssen sie beim BVL angezeigt werden.

MerkmalProteinpulverMahlzeitenersatz mit Abnehm-AussageFormula-Diät (Tagesration)
Rechtlicher StatusLebensmittel des allgemeinen VerzehrsLebensmittel des allgemeinen Verzehrs, Aussage nur unter EU-Bedingungeneigene EU-Verordnung, Anzeige beim BVL
Energiekeine Vorgabe200 bis 250 kcal pro Mahlzeit600 bis 1200 kcal pro Tag
Eiweißkeine Vorgabe25 bis 50 % der Energie75 bis 105 g pro Tag
Vitamine und Mineralstoffekeine Vorgabemindestens 30 % der Referenzmenge pro MahlzeitMindestmengen für 26 Nährstoffe pro Tag
Einsatznicht festgelegt1 bis 2 Hauptmahlzeiten in einer kalorienarmen Kostalle Mahlzeiten, ohne fachlichen Rat höchstens 8 Wochen

Was eine komplette Formula-Diät leistet

Was ein vollständiger Ersatz bewirken kann, zeigt eine britische Studie aus zehn Hausarztpraxen (Astbury 2018, DROPLET). 278 Erwachsene mit Adipositas aßen entweder acht Wochen lang nur Formulaprodukte mit 810 kcal am Tag, kehrten dann schrittweise zu normalem Essen zurück und wurden beraten, oder sie erhielten die übliche Abnehmberatung der Praxis. Nach einem Jahr hatten sie im Mittel 10,7 kg beziehungsweise 3,1 kg abgenommen. Die Studie wurde zum Teil vom Anbieter des Programms finanziert.

Die deutsche S3-Leitlinie zur Adipositas sieht Formula-Diäten mit 800 bis 1200 kcal am Tag nur befristet vor, in der Regel höchstens zwölf Wochen, und verlangt medizinische Betreuung. Infrage kommen sie ab einem BMI von 30, besonders bei sehr hohem Gewicht mit medizinischem Grund zur Abnahme; Ihren Wert zeigt der BMI-Rechner.

Was die Studien nicht zeigen

  • Dass ein Shake zusätzlich zum gewohnten Essen beim Abnehmen hilft. Ohne Kaloriendefizit verändert mehr Eiweiß das Gewicht laut DGE-Übersicht nicht.
  • Dass der Vorsprung bleibt. Nach zwei Jahren war er in den wenigen Studien mit so langer Beobachtung nicht mehr gesichert.
  • Wie viel das Produkt selbst beiträgt. Die meisten Programme kombinierten Shakes mit Beratung, und viele Studien wurden von der Industrie finanziert oder unterstützt.
  • Dass eine bestimmte Eiweißart besser wirkt. Dafür reichen die Belege laut DGE nicht aus.
  • Ob sich Shakes finanziell lohnen. Kosten haben die Studien zum Mahlzeitenersatz nicht ausgewertet.

Abnehmen mit Eiweißshakes: So gehen Sie vor

  1. Defizit festlegen. Wie viele Kalorien Sie zum Abnehmen essen sollten, zeigt der Kaloriendefizit-Rechner. Danach entscheiden Sie, welche Mahlzeit ein Shake ersetzt.
  2. Ersetzen statt ergänzen. Der Shake tritt an die Stelle einer Mahlzeit und kommt nicht zum Frühstück dazu; mindestens eine normale Mahlzeit am Tag bleibt.
  3. Etikett prüfen. Ein reines Proteinpulver ist keine vollständige Mahlzeit. Als Ersatz gedacht sind Produkte nach den EU-Bedingungen für Mahlzeitenersatz, mit 200 bis 250 kcal und mindestens 30 Prozent der Referenzmengen an Vitaminen und Mineralstoffen.
  4. Die Zeit danach planen. Die Leitlinie beschreibt, anfangs zwei und zum Halten des Gewichts eine Hauptmahlzeit zu ersetzen; auch die zugelassene EU-Aussage zum Halten des Gewichts nennt eine ersetzte Mahlzeit am Tag.
  5. Ausreichend trinken. Überschüssiges Eiweiß baut der Körper zu Harnstoff ab, der mit dem Urin ausgeschieden wird. Die DGE rät deshalb bei hoher Eiweißzufuhr zu ausreichendem Trinken, für Formula-Diäten nennt die Leitlinie mindestens 2 bis 2,5 Liter am Tag.

Den Referenzwert für die Eiweißzufuhr setzt die DGE für Erwachsene bei 0,8 g pro Kilogramm Körpergewicht und Tag an, ab 65 Jahren bei 1,0 g, bei Übergewicht bezogen auf das Normalgewicht. Bei 68 kg sind das 54 g am Tag, gut erreichbar mit normalen Lebensmitteln.

Ein Glas mit Shake auf einem Tisch in einer Küche
Ein Shake hilft nur, wenn er eine Mahlzeit ersetzt; als Zusatz liefert er vor allem weitere Kalorien. Foto: Antoni Shkraba / Pexels

Shakes zum Abnehmen: Wann Sie vorher ärztlichen Rat brauchen

Gesunden Erwachsenen schadet mehr Eiweiß nach Einschätzung der DGE nicht. In einer Metaanalyse von 28 Studien mit 1358 nierengesunden Erwachsenen veränderte sich die Filterleistung der Nieren unter viel Eiweiß nicht anders als unter normaler Zufuhr (Devries 2018). Eine DGE-Übersicht fand keine Belege, dass mehr Eiweiß Nierensteine oder Nierenerkrankungen auslöst, Daten über Jahrzehnte fehlen aber (Remer 2023).

Ist die Nierenfunktion bereits eingeschränkt, kann viel Eiweiß laut DGE zu einer Verschlechterung führen. Mit einer Nierenerkrankung besprechen Sie Eiweißshakes und jede Diät vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Für sehr kalorienarme Formula-Diäten nennt die deutsche Leitlinie Gegenanzeigen, unter anderem:

  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Essstörungen und andere psychische Erkrankungen
  • fortgeschrittene Nieren- oder Lebererkrankungen
  • Typ-1-Diabetes sowie eine Behandlung mit SGLT2-Hemmern, wegen des Risikos einer Ketoazidose
  • schwere Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen, ein Herzinfarkt oder Schlaganfall in den letzten zwölf Monaten
  • Gebrechlichkeit im höheren Alter

Formula-Diäten müssen zudem den Hinweis tragen, dass Schwangere, Stillende, Jugendliche und Menschen mit Gesundheitsbeschwerden sie nur nach fachlichem Rat verwenden sollten. Wer Medikamente nimmt, braucht bei starker Kalorienreduktion ärztliche Begleitung, weil die Behandlung womöglich angepasst werden muss. In der DROPLET-Studie bekam rechnerisch etwa eine von fünf Personen durch die Formula-Diät eine Nebenwirkung, am häufigsten Verstopfung, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Schwindel, meist leicht.

Wenn Sie eine Essstörung haben oder hatten, sprechen Sie vor jeder Diät mit Shakes mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Ihr nächster Schritt: Berechnen Sie Ihren täglichen Proteinbedarf, dann sehen Sie, ob Ihre normalen Mahlzeiten ihn schon decken und ob ein Shake überhaupt eine Lücke füllen müsste.

Passender RechnerWie viel Protein am Tag? Proteinbedarf nach Ziel und Alter berechnen

Häufige Fragen

Wie viele Shakes am Tag sind beim Abnehmen sinnvoll?

In den Studien zum Mahlzeitenersatz wurden ein oder zwei Mahlzeiten am Tag ersetzt, mindestens eine normale Mahlzeit blieb. Die EU erlaubt die Aussage, dass zwei ersetzte Hauptmahlzeiten in einer kalorienarmen Ernährung zur Abnahme beitragen und eine ersetzte Mahlzeit hilft, das Gewicht danach zu halten. Wer alle Mahlzeiten ersetzt, macht eine Formula-Diät, die die deutsche Leitlinie nur befristet und mit medizinischer Betreuung vorsieht.

Wie lange darf man eine Formula-Diät machen?

Nach EU-Recht muss auf Formula-Diäten stehen, dass gesunde Erwachsene mit Übergewicht sie ohne Rat einer Fachperson aus einem Gesundheitsberuf nicht länger als acht Wochen verwenden sollten. Die deutsche Adipositas-Leitlinie begrenzt Formula-Diäten mit 800 bis 1200 kcal am Tag in der Regel auf zwölf Wochen und verlangt eine medizinische Betreuung. In der DROPLET-Studie dauerte die reine Formulaphase acht Wochen, danach kam normales Essen schrittweise zurück.

Nehme ich nach den Shakes wieder zu?

Das ist möglich, denn der Vorsprung schrumpft. In der Oxford-Metaanalyse lagen Menschen mit Mahlzeitenersatz nach einem Jahr 1,44 kg vor Gruppen mit Diätberatung allein, in zwei Studien mit Daten nach zwei Jahren nur noch 0,39 kg. Leitlinie und EU-Aussage sehen für die Zeit danach vor, weiter eine Mahlzeit am Tag zu ersetzen. Wie gut das über Jahre trägt, ist kaum untersucht.

Sind Shakes bei Typ-2-Diabetes geeignet?

In der Oxford-Metaanalyse fiel der Langzeitblutzucker (HbA1c) in allen Studien, die ihn gemessen hatten, mit Mahlzeitenersatz günstiger aus. In einer deutschen Studie mit 409 Menschen mit Typ-2-Diabetes verloren die Gruppen mit Ersatzprodukten und Betreuung nach einem Jahr rund 7 kg mehr als die Kontrollgruppe. Weil sich bei weniger Kalorien der Bedarf an Diabetes-Medikamenten ändern kann, beginnen Sie eine solche Diät nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Lohnen sich Eiweißshakes preislich?

Kosten hat keine der Studien zum Mahlzeitenersatz ausgewertet. Die DGE hält eiweißreiche Spezialprodukte für überflüssig, weil sich der Bedarf mit normalen Lebensmitteln decken lässt, und nennt ein Preisbeispiel aus dem Jahr 2021: Proteinporridge kostete etwa 1,40 Euro pro 100 g, Bio-Haferflocken gab es ab rund 0,20 Euro. Ob sich ein Ersatzprodukt für Sie rechnet, hängt davon ab, ob es tatsächlich eine Mahlzeit ersetzt.

Quellen

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