Proteinreiche Lebensmittel: Diese liefern am meisten Eiweiß (Tabelle)
Am meisten Eiweiß pro 100 g liefern Parmesan, Kürbiskerne, Harzer Käse und Erdnüsse mit 29 bis 36 g, gefolgt von Geflügel, magerem…
Ein Proteinshake hilft beim Abnehmen nur, wenn er eine Mahlzeit ersetzt und Sie insgesamt weniger Kalorien essen. In Metaanalysen randomisierter Studien verloren Menschen mit Mahlzeitenersatz nach einem Jahr etwa 1,4 bis 2,6 kg mehr als mit einer vergleichbaren Diät ohne Shakes. Zusätzlich zum gewohnten Essen getrunken liefert ein Eiweißshake vor allem weitere Kalorien; dass er so beim Abnehmen hilft, ist nicht belegt.
Begrenzte Evidenz: Mehrere Metaanalysen randomisierter Studien mit Tausenden Teilnehmenden zeigen übereinstimmend einen kleinen Zusatzeffekt, wenn Shakes Mahlzeiten in einer Diät ersetzen. Viele Studien sind aber industrienah und uneinheitlich, der Vorsprung schrumpft nach zwei Jahren, und für Shakes als Zusatz zum normalen Essen gibt es keinen Beleg.
Sie möchten abnehmen und fragen sich, ob ein Proteinshake hilft, morgens statt des Frühstücks oder zusätzlich nach dem Sport. Die kurze Antwort: Ein Proteinshake zum Abnehmen wirkt nur als Ersatz für eine Mahlzeit, wenn Sie dadurch insgesamt weniger Kalorien essen. Dann zeigen Studien einen kleinen Vorteil von etwa 1,4 bis 2,6 kg nach einem Jahr. Als Zusatz zum gewohnten Essen liefert ein Shake vor allem weitere Kalorien.
Ja, aber nur unter einer Bedingung: Der Shake muss eine Mahlzeit ersetzen und Teil eines Kaloriendefizits sein. In einer großen Metaanalyse verloren Menschen mit Mahlzeitenersatz nach einem Jahr im Mittel 1,44 kg mehr als mit Diätberatung allein. Dass ein Eiweißshake zusätzlich zum normalen Essen schlanker macht, ist nicht belegt.
Der Mechanismus ist unspektakulär. Laut Begründung der EU-Verordnung zu Mahlzeitenersatz ist die Wirkung solcher Produkte an den festgelegten Energiegehalt und den relativ hohen Eiweiß- bei niedrigem Fettanteil geknüpft. Energie spart ein Shake aber nur, wenn er eine kalorienreichere Mahlzeit verdrängt.
Die erste Metaanalyse zum Mahlzeitenersatz erschien 2003 (Heymsfield 2003). Sie wertete die Rohdaten von sechs randomisierten Studien mit Erwachsenen ab einem BMI von 25 aus, die mindestens drei Monate dauerten. Beide Gruppen sollten gleich viele Kalorien essen, mehr als 800 und höchstens 1600 kcal am Tag: die eine mit angereicherter Trinknahrung statt ein oder zwei Mahlzeiten, die andere mit normaler kalorienreduzierter Kost.

Abgenommen haben beide Gruppen, mit Shakes etwa 7 bis 8 Prozent des Körpergewichts, ohne Shakes etwa 3 bis 7 Prozent. Nach drei Monaten lag die Shake-Gruppe 2,54 kg vorn, nach einem Jahr 2,43 kg, was in der Hauptanalyse statistisch nicht gesichert war; nur unter denen, die durchhielten, waren es gesicherte 2,63 kg. Nach einem Jahr hatten mit Shakes weniger Menschen abgebrochen.
Deutlich breiter ist eine Metaanalyse der Universität Oxford (Astbury 2019): 23 randomisierte Studien mit 7884 Erwachsenen mit Übergewicht oder Adipositas, gemessen wurde das Gewicht nach einem Jahr. Gezählt wurden Shakes, Riegel, Suppen oder portionierte Fertiggerichte für mindestens eine Mahlzeit am Tag; komplette Formula-Diäten waren ausgeschlossen.
Gegenüber einer Diätberatung ohne Ersatzprodukte (sechs Studien, 454 Personen) verloren die Gruppen mit Mahlzeitenersatz im Mittel 3,0 kg, die Vergleichsgruppen 1,5 kg; der berechnete Unterschied betrug 1,44 kg. Bei gleicher Betreuung in beiden Gruppen waren es 2,22 kg. Am größten war der Vorsprung mit 6,13 kg, als nur die Ersatz-Gruppen intensiv betreut wurden (im Median 73 Termine gegenüber 2), sodass sich der Anteil der Produkte nicht abgrenzen lässt.
Nur 6 der 23 Studien hatten in allen Bereichen ein geringes Risiko für Verzerrungen, viele wurden von der Industrie finanziert oder unterstützt. Außerdem schrumpft der Vorteil: In den zwei Studien mit Daten nach zwei Jahren lag die Ersatz-Gruppe nur noch 0,39 kg vorn, statistisch nicht mehr gesichert.
| Studie | Umfang | Dauer | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Heymsfield 2003 | 6 Studien | 3 bis 12 Monate | 2,54 kg mehr nach 3 Monaten, 2,43 bis 2,63 kg nach 1 Jahr |
| Astbury 2019 | 23 Studien, 7884 Personen | 1 bis 2 Jahre | 1,44 kg mehr nach 1 Jahr, 0,39 kg nach 2 Jahren (nicht gesichert) |
| Wycherley 2012 | 24 Studien, 1063 Personen | im Mittel 12 Wochen | eiweißreiche Diät: 0,79 kg mehr Gewichtsverlust, 0,43 kg mehr fettfreie Masse |
| DROPLET 2018 | 278 Personen | 1 Jahr | Formula-Diät 10,7 kg, übliche Beratung 3,1 kg weniger |
Eine Metaanalyse von 24 Studien mit 1063 Erwachsenen verglich Diäten mit gleicher Kalorien- und Fettmenge, die sich nur im Verhältnis von Eiweiß zu Kohlenhydraten unterschieden (Wycherley 2012). Nach im Mittel zwölf Wochen verloren die Gruppen mit mehr Eiweiß 0,79 kg mehr Gewicht und 0,87 kg mehr Fett. Sie büßten zudem 0,43 kg weniger fettfreie Masse ein, zu der unter anderem die Muskulatur zählt, und ihr Energieverbrauch in Ruhe sank weniger stark.
Beim Sättigungsgefühl ist die Datenlage dünner, als die Werbung nahelegt: In derselben Analyse fanden nur 3 von 5 Studien, die danach gefragt hatten, eine stärkere Sättigung. In Labortests steigerte mehr Eiweiß in einer Testmahlzeit das Sättigungsgefühl über zwei bis vier Stunden stärker als wenig Eiweiß. In die Metaanalyse dazu passten aber nur fünf Studien, und das Forschungsteam mahnt zur Vorsicht, daraus auf das Körpergewicht zu schließen (Dhillon 2016).
Die Protein-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bleibt ebenfalls vorsichtig: Eiweißreiche Kost senkte in Diäten Gewicht und Fettmasse meist stärker, die Belege dafür stuft ihre Übersicht über 33 systematische Reviews wegen geringer methodischer Qualität aber als unzureichend ein (Ellinger 2024). Bei Frauen erhöhte Molkenprotein als Nahrungsergänzung in 13 Studien die fettfreie Masse um 0,37 kg, ohne die Fettmasse messbar zu verändern; mit Kaloriendefizit waren es 0,90 kg, ohne Defizit war der Effekt nicht gesichert (Bergia 2018).
Für das Gewicht nach heutigem Wissen nicht. Die DGE-Übersicht kommt zu dem Schluss, dass mehr Eiweiß ohne Kaloriendefizit Körpergewicht, Fettmasse und Taillenumfang bei Erwachsenen nicht verändert; die Evidenz stuft sie als „möglich“ ein. In einer Pressemitteilung formuliert die DGE es so: „Muskelaufbau oder Schlanksein passiert nicht allein durch mehr Protein bei unveränderter Ernährung und Bewegung.“
Am ehesten spricht eine Studie aus den USA für Shakes als Zusatz (Baer 2011). 90 Erwachsene mit Übergewicht oder Adipositas tranken 23 Wochen lang ohne Diätvorgaben täglich rund 400 kcal in Form eines Getränks mit Molkenprotein, Sojaprotein oder Kohlenhydraten. Am Ende war die Molkengruppe 1,8 kg leichter und hatte 2,3 kg weniger Fett als die Kohlenhydratgruppe, Soja unterschied sich von keiner der beiden.
Verglichen wurde allerdings mit einem gleich kalorienreichen Maltodextrin-Getränk, nicht mit gar keinem Getränk. Dass ein Molkenshake zusätzlich zur gewohnten Kost schlanker macht, belegt die Studie damit nicht. Finanziert wurde die Studie vom US-Landwirtschaftsministerium und einem Konsortium der Molkenprotein-Branche.
Ob die Eiweißsorte eine Rolle spielt, ist laut DGE-Übersicht offen. Mehr zu Pulvern und Präparaten finden Sie im Themenbereich Nahrungsergänzung.
Im Regal sehen die Dosen ähnlich aus, rechtlich sind es drei Produktgruppen. Lebensmittel für Sportler wie Proteinpulver und auch Mahlzeitenersatz gelten in Deutschland seit dem 20. Juli 2016 als Lebensmittel des allgemeinen Verzehrs, für die nur das allgemeine Lebensmittelrecht gilt, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) erläutert. Besondere Vorgaben zur Zusammensetzung hat ein Proteinpulver damit nicht.
Mit der zugelassenen Aussage zur Gewichtsabnahme darf ein Mahlzeitenersatz nur werben, wenn er die Bedingungen der Verordnung (EU) 2016/1413 erfüllt (siehe Tabelle). Die Aussage lautet, dass das Ersetzen von zwei Hauptmahlzeiten im Rahmen einer kalorienarmen Ernährung zur Gewichtsabnahme beiträgt, verbunden mit dem Hinweis, dass das Produkt nur in einer kalorienarmen Ernährung mit anderen Lebensmitteln wirkt.
Am strengsten geregelt sind Tagesrationen für gewichtskontrollierende Ernährung, also Formula-Diäten, die alle Mahlzeiten ersetzen (Delegierte Verordnung (EU) 2017/1798, anzuwenden seit 27. Oktober 2022). Werbung mit Tempo oder Umfang der Abnahme ist für sie verboten, und in Deutschland müssen sie beim BVL angezeigt werden.
| Merkmal | Proteinpulver | Mahlzeitenersatz mit Abnehm-Aussage | Formula-Diät (Tagesration) |
|---|---|---|---|
| Rechtlicher Status | Lebensmittel des allgemeinen Verzehrs | Lebensmittel des allgemeinen Verzehrs, Aussage nur unter EU-Bedingungen | eigene EU-Verordnung, Anzeige beim BVL |
| Energie | keine Vorgabe | 200 bis 250 kcal pro Mahlzeit | 600 bis 1200 kcal pro Tag |
| Eiweiß | keine Vorgabe | 25 bis 50 % der Energie | 75 bis 105 g pro Tag |
| Vitamine und Mineralstoffe | keine Vorgabe | mindestens 30 % der Referenzmenge pro Mahlzeit | Mindestmengen für 26 Nährstoffe pro Tag |
| Einsatz | nicht festgelegt | 1 bis 2 Hauptmahlzeiten in einer kalorienarmen Kost | alle Mahlzeiten, ohne fachlichen Rat höchstens 8 Wochen |
Was ein vollständiger Ersatz bewirken kann, zeigt eine britische Studie aus zehn Hausarztpraxen (Astbury 2018, DROPLET). 278 Erwachsene mit Adipositas aßen entweder acht Wochen lang nur Formulaprodukte mit 810 kcal am Tag, kehrten dann schrittweise zu normalem Essen zurück und wurden beraten, oder sie erhielten die übliche Abnehmberatung der Praxis. Nach einem Jahr hatten sie im Mittel 10,7 kg beziehungsweise 3,1 kg abgenommen. Die Studie wurde zum Teil vom Anbieter des Programms finanziert.
Die deutsche S3-Leitlinie zur Adipositas sieht Formula-Diäten mit 800 bis 1200 kcal am Tag nur befristet vor, in der Regel höchstens zwölf Wochen, und verlangt medizinische Betreuung. Infrage kommen sie ab einem BMI von 30, besonders bei sehr hohem Gewicht mit medizinischem Grund zur Abnahme; Ihren Wert zeigt der BMI-Rechner.
Den Referenzwert für die Eiweißzufuhr setzt die DGE für Erwachsene bei 0,8 g pro Kilogramm Körpergewicht und Tag an, ab 65 Jahren bei 1,0 g, bei Übergewicht bezogen auf das Normalgewicht. Bei 68 kg sind das 54 g am Tag, gut erreichbar mit normalen Lebensmitteln.

Gesunden Erwachsenen schadet mehr Eiweiß nach Einschätzung der DGE nicht. In einer Metaanalyse von 28 Studien mit 1358 nierengesunden Erwachsenen veränderte sich die Filterleistung der Nieren unter viel Eiweiß nicht anders als unter normaler Zufuhr (Devries 2018). Eine DGE-Übersicht fand keine Belege, dass mehr Eiweiß Nierensteine oder Nierenerkrankungen auslöst, Daten über Jahrzehnte fehlen aber (Remer 2023).
Ist die Nierenfunktion bereits eingeschränkt, kann viel Eiweiß laut DGE zu einer Verschlechterung führen. Mit einer Nierenerkrankung besprechen Sie Eiweißshakes und jede Diät vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Für sehr kalorienarme Formula-Diäten nennt die deutsche Leitlinie Gegenanzeigen, unter anderem:
Formula-Diäten müssen zudem den Hinweis tragen, dass Schwangere, Stillende, Jugendliche und Menschen mit Gesundheitsbeschwerden sie nur nach fachlichem Rat verwenden sollten. Wer Medikamente nimmt, braucht bei starker Kalorienreduktion ärztliche Begleitung, weil die Behandlung womöglich angepasst werden muss. In der DROPLET-Studie bekam rechnerisch etwa eine von fünf Personen durch die Formula-Diät eine Nebenwirkung, am häufigsten Verstopfung, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Schwindel, meist leicht.
Wenn Sie eine Essstörung haben oder hatten, sprechen Sie vor jeder Diät mit Shakes mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Ihr nächster Schritt: Berechnen Sie Ihren täglichen Proteinbedarf, dann sehen Sie, ob Ihre normalen Mahlzeiten ihn schon decken und ob ein Shake überhaupt eine Lücke füllen müsste.
Passender RechnerWie viel Protein am Tag? Proteinbedarf nach Ziel und Alter berechnen
In den Studien zum Mahlzeitenersatz wurden ein oder zwei Mahlzeiten am Tag ersetzt, mindestens eine normale Mahlzeit blieb. Die EU erlaubt die Aussage, dass zwei ersetzte Hauptmahlzeiten in einer kalorienarmen Ernährung zur Abnahme beitragen und eine ersetzte Mahlzeit hilft, das Gewicht danach zu halten. Wer alle Mahlzeiten ersetzt, macht eine Formula-Diät, die die deutsche Leitlinie nur befristet und mit medizinischer Betreuung vorsieht.
Nach EU-Recht muss auf Formula-Diäten stehen, dass gesunde Erwachsene mit Übergewicht sie ohne Rat einer Fachperson aus einem Gesundheitsberuf nicht länger als acht Wochen verwenden sollten. Die deutsche Adipositas-Leitlinie begrenzt Formula-Diäten mit 800 bis 1200 kcal am Tag in der Regel auf zwölf Wochen und verlangt eine medizinische Betreuung. In der DROPLET-Studie dauerte die reine Formulaphase acht Wochen, danach kam normales Essen schrittweise zurück.
Das ist möglich, denn der Vorsprung schrumpft. In der Oxford-Metaanalyse lagen Menschen mit Mahlzeitenersatz nach einem Jahr 1,44 kg vor Gruppen mit Diätberatung allein, in zwei Studien mit Daten nach zwei Jahren nur noch 0,39 kg. Leitlinie und EU-Aussage sehen für die Zeit danach vor, weiter eine Mahlzeit am Tag zu ersetzen. Wie gut das über Jahre trägt, ist kaum untersucht.
In der Oxford-Metaanalyse fiel der Langzeitblutzucker (HbA1c) in allen Studien, die ihn gemessen hatten, mit Mahlzeitenersatz günstiger aus. In einer deutschen Studie mit 409 Menschen mit Typ-2-Diabetes verloren die Gruppen mit Ersatzprodukten und Betreuung nach einem Jahr rund 7 kg mehr als die Kontrollgruppe. Weil sich bei weniger Kalorien der Bedarf an Diabetes-Medikamenten ändern kann, beginnen Sie eine solche Diät nur gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Kosten hat keine der Studien zum Mahlzeitenersatz ausgewertet. Die DGE hält eiweißreiche Spezialprodukte für überflüssig, weil sich der Bedarf mit normalen Lebensmitteln decken lässt, und nennt ein Preisbeispiel aus dem Jahr 2021: Proteinporridge kostete etwa 1,40 Euro pro 100 g, Bio-Haferflocken gab es ab rund 0,20 Euro. Ob sich ein Ersatzprodukt für Sie rechnet, hängt davon ab, ob es tatsächlich eine Mahlzeit ersetzt.
Am meisten Eiweiß pro 100 g liefern Parmesan, Kürbiskerne, Harzer Käse und Erdnüsse mit 29 bis 36 g, gefolgt von Geflügel, magerem…
Ein Hühnerei der Größe M (53 bis unter 63 g mit Schale) enthält 6,0 bis 7,1 g Eiweiß und 69 bis 82…
Proteinpulver ist sinnvoll, wenn Sie Ihren Bedarf mit Mahlzeiten nicht decken: etwa wenn Sie viel Kraft trainieren und mit Essen unter rund…
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