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Ernährung

Proteinreiche Lebensmittel: Diese liefern am meisten Eiweiß (Tabelle)

Schalen mit Linsen, Kürbiskernen, Skyr und einem Stück Hartkäse auf einem hellen Holztisch.
Foto: MART PRODUCTION / Pexels
KÖRPERLABOR STARKE EVIDENZ 18. Oktober 2026

Die kurze Antwort

Am meisten Eiweiß pro 100 g liefern Parmesan, Kürbiskerne, Harzer Käse und Erdnüsse mit 29 bis 36 g, gefolgt von Geflügel, magerem Fleisch und Fisch mit 18 bis 24 g. Pro Portion stehen Fleisch, Fisch und Tofu vorn. Erwachsene brauchen laut DGE 0,8 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht, ab 65 Jahren 1,0 g; die meisten erreichen das mit normaler Kost.

Starke Evidenz: Die Eiweißwerte stammen aus der nationalen Nährstoffdatenbank BLS 4.0, die sich unter anderem auf Laboranalysen des Max Rubner-Instituts stützt, und stimmen für die meisten geprüften Lebensmittel bis auf etwa 1 g pro 100 g mit der unabhängigen US-Datenbank überein. Die Aussagen zur Verteilung über den Tag und zum Abnehmen beruhen dagegen auf kleinen, kurzen Studien.

Das Wichtigste

  • Am meisten Eiweiß pro 100 g liefern Parmesan (35,6 g), Kürbiskerne (35,5 g), Harzer Käse (30,0 g) und Erdnüsse (29,0 g).
  • Die DGE empfiehlt Erwachsenen 0,8 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und Tag, ab 65 Jahren 1,0 g; bei Übergewicht zählt das Normalgewicht.
  • Pro 100 kcal liefern Thunfisch, Harzer Käse, Putenbrust und Kabeljau mit 22 bis 24 g am meisten Eiweiß, Nüsse nur 4 bis 6 g.
  • Eiweißreiche Diäten brachten bei gleicher Kalorienmenge im Mittel nur 0,79 kg mehr Gewichtsverlust in rund zwölf Wochen.
  • Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann mehr Eiweiß schaden; die passende Menge gehört dann in ärztliche Absprache.

Sie möchten mehr Eiweiß essen, ohne zu Pulver oder Riegeln zu greifen, und fragen sich, welche Lebensmittel sich dafür lohnen. Die kurze Antwort: Proteinreiche Lebensmittel mit rund 18 bis 36 g Eiweiß pro 100 g sind Hartkäse, Harzer Käse, Kürbiskerne, Erdnüsse, Geflügel, mageres Fleisch und Fisch. Pro Portion führen Fleisch, Fisch und Tofu, gekochte Hülsenfrüchte bringen rund 13 g.

Alle Werte stammen aus dem Bundeslebensmittelschlüssel (BLS 4.0), der nationalen Nährstoffdatenbank des Max Rubner-Instituts. Wie viel Eiweiß Sie brauchen, legt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) fest: 0,8 g pro Kilogramm Körpergewicht, ab 65 Jahren 1,0 g.

Welche Lebensmittel haben am meisten Eiweiß?

Am meisten Eiweiß pro 100 g liefern Parmesan (35,6 g), Kürbiskerne (35,5 g), Harzer Käse (30,0 g) und geröstete Erdnüsse (29,0 g). Geflügel, mageres Fleisch und Fisch folgen mit 18 bis 24 g, Tofu mit 15,5 g, gekochte Hülsenfrüchte mit 8 bis 9 g. Pro Portion liegen Fleisch, Fisch und Tofu vorn.

Die Tabelle nennt den Gehalt pro 100 g essbarem Anteil laut BLS 4.0 und rechnet ihn auf eine Beispielportion um. Fleisch und frischer Fisch sind roh gewogen, Hülsenfrüchte gekocht, also so, wie sie auf dem Teller landen.

LebensmittelEiweiß pro 100 gBeispielportionEiweiß pro Portionkcal pro 100 g
Parmesan35,6 g20 g7,1 g391
Kürbiskerne35,5 g30 g10,6 g588
Harzer Käse (Sauermilchkäse)30,0 g50 g15,0 g128
Erdnüsse, geröstet29,0 g30 g8,7 g620
Putenbrust, roh24,1 g150 g36,2 g105
Linsen, getrocknet23,4 g60 g14,0 g323
Hähnchenbrustfilet, roh23,3 g150 g34,9 g109
Thunfisch im eigenen Saft, abgetropft22,9 g100 g22,9 g95
Schweinefilet, roh22,8 g150 g34,2 g118
Mandeln22,3 g30 g6,7 g544
Rinderhüfte, roh22,1 g150 g33,2 g110
Lachs, roh19,9 g150 g29,9 g180
Kabeljau, roh17,8 g150 g26,7 g79
Tofu15,5 g150 g23,3 g115
Haferflocken13,2 g50 g6,6 g348
Hühnerei, roh13,2 g1 Ei (Größe M)6,2 bis 7,4 g135
Magerquark11,9 g150 g17,8 g66
Körniger Frischkäse (Hüttenkäse)11,8 g150 g17,7 g73
Skyr10,4 g150 g15,5 g64
Linsen, gekocht9,1 g150 g13,6 g119
Kichererbsen, gekocht8,4 g150 g12,6 g151
Milch, 1,5 % Fett3,5 g200 g7,0 g44

Getrocknete Linsen haben 23,4 g Eiweiß pro 100 g, gekochte nur 9,1 g, weil sie beim Kochen Wasser aufnehmen. Hähnchenbrustfilet steigt beim Braten ohne Fett von 23,3 auf 30,8 g, weil Wasser verdampft. Vergleichen Sie also roh mit roh und gekocht mit gekocht.

Datenbankwerte sind Mittelwerte. Die US-Datenbank FoodData Central kommt bei gekochten Linsen (9,0 g) und Haferflocken (13,2 g) auf fast dieselben Zahlen, bei Kürbiskernen (30,2 g) und festem Tofu (17,3 g) weicht sie stärker ab. Für ein bestimmtes Produkt gilt die Packungsangabe.

Wie viel Eiweiß brauchen Sie am Tag?

Die DGE empfiehlt Erwachsenen von 19 bis unter 65 Jahren 0,8 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Ab 65 Jahren gilt ein Schätzwert von 1,0 g, weil sich der Bedarf älterer Menschen nicht mit der wünschenswerten Genauigkeit bestimmen lässt. Schwangere brauchen im zweiten Trimester 0,9 g, im dritten 1,0 g, Stillende 1,2 g pro Kilogramm (DGE-Referenzwerte). Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kommt mit 0,83 g auf fast denselben Wert.

Infokarte: 0,8 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht und Tag für Erwachsene laut DGE
Ab 65 Jahren nennt die DGE 1,0 g pro Kilogramm; bei Übergewicht wird mit dem Normalgewicht gerechnet.

Bei 70 kg sind das 56 g am Tag, ab 65 Jahren 70 g. Die Werte gelten für Normalgewicht. Bei Übergewicht rechnet die DGE mit dem Gewicht, bei dem der BMI im Normalbereich läge: Eine Person mit 1,70 m und 80 kg (BMI 28) kommt so auf 63 kg und 50 g Eiweiß am Tag. Ihren BMI können Sie mit dem BMI-Rechner prüfen.

Wer vier- bis fünfmal pro Woche 30 Minuten moderat trainiert, braucht laut DGE kein zusätzliches Eiweiß. Die meisten Menschen in Deutschland erreichen ihren Wert ohnehin: In der Nationalen Verzehrsstudie II aus dem Jahr 2008 lagen 11 % der Männer und 15 % der Frauen darunter. Ihren persönlichen Bedarf nach Alter, Gewicht und Ziel ermitteln Sie mit dem Proteinbedarf-Rechner.

Lebensmittel mit mehr Eiweiß als ein Ei

Das Ei gilt als Eiweißlieferant schlechthin, liegt mit 13,2 g pro 100 g aber eher im Mittelfeld. Ein Ei der Größe M wiegt mit Schale 53 bis unter 63 g, die Schale macht etwa 11 % aus. Übrig bleiben rund 47 bis 56 g und damit 6,2 bis 7,4 g Eiweiß.

Mehr Eiweiß als ein Ei liefern schon diese Portionen:

  • 50 g Harzer Käse: 15,0 g, etwas mehr als zwei Eier
  • 150 g Skyr: 15,5 g, die gleiche Menge körniger Frischkäse: 17,7 g
  • 150 g Tofu: 23,3 g
  • 150 g gekochte Linsen: 13,6 g, gekochte Kichererbsen: 12,6 g
  • 30 g Kürbiskerne: 10,6 g, 30 g Erdnüsse: 8,7 g

Ungefähr gleichauf mit einem Ei liegen 50 g Haferflocken (6,6 g), 30 g Mandeln (6,7 g) und 200 g fettarme Milch (7,0 g).

Wie verteilen Sie Eiweiß am besten über den Tag?

Viele Menschen essen morgens wenig Eiweiß und abends viel. Ob das eine Rolle spielt, haben bisher nur kleine Studien untersucht.

In einer Studie (Mamerow 2014) aßen acht gesunde Erwachsene je sieben Tage lang dieselbe Eiweißmenge in zwei Varianten: einmal mit rund 30 g pro Hauptmahlzeit, einmal mit 11 g morgens, 16 g mittags und 63 g abends. Gleichmäßig verteilt lag die Muskelproteinsynthese über 24 Stunden um 25 % höher. Gemessen wurde allerdings ein Stoffwechselwert in Muskelproben, nicht Muskelmasse oder Kraft.

Bei 24 trainierten Männern verglich eine weitere Studie, wie sich 80 g Molkeneiweiß in den zwölf Stunden nach einem Krafttraining am besten verteilen: achtmal 10 g, viermal 20 g oder zweimal 40 g. Mit viermal 20 g im Abstand von drei Stunden lag die Muskelproteinsynthese um 31 bis 48 % höher als mit den anderen Mustern (Areta 2013).

Bei 20 Erwachsenen zwischen 52 und 75 Jahren spielte die Verteilung dagegen keine Rolle (Kim 2015). Entscheidend war die Menge: Mit 1,5 g Eiweiß pro Kilogramm fiel die Eiweißbilanz des Körpers deutlich besser aus als mit 0,8 g, egal ob gleichmäßig verteilt oder zu 65 % abends gegessen.

Auch die beliebte Regel, der Körper könne pro Mahlzeit nur 30 g Eiweiß verwerten, steht auf wackligen Beinen. Bei 36 jungen Männern lösten 100 g Milcheiweiß nach dem Training eine stärkere und mehr als zwölf Stunden anhaltende Reaktion aus als 25 g (Trommelen 2023). Untersucht wurden allerdings nur junge, gesunde Männer, und ein Mitautor arbeitet für einen Molkereikonzern, der die Studie laut Angabe nicht finanzierte. Eine Übersichtsarbeit bewertet die Belege für eine „optimale“ Verteilung insgesamt als begrenzt und uneinheitlich (Hudson 2020).

Praktisch heißt das: Die Tagesmenge zählt am meisten. Wer Muskeln erhalten oder aufbauen will, fährt mit drei bis vier eiweißhaltigen Mahlzeiten gut, diese Häufigkeit nennt die DGE für ambitionierte Sportler. Rund 20 bis 25 g pro Mahlzeit erreichen Sie zum Beispiel so:

  • Frühstück: 150 g Skyr mit 20 g Kürbiskernen (22,6 g)
  • Mittagessen: 100 g Hähnchenbrustfilet oder 150 g Tofu (je 23,3 g)
  • Abendessen: 150 g gekochte Linsen mit einem Ei (rund 20 g)

Proteinreiche Lebensmittel zum Abnehmen: Was bringt mehr Eiweiß?

Eiweiß hat beim Abnehmen messbare Vorteile, sie sind aber klein. Eine Metaanalyse von 24 randomisierten Studien mit 1063 Erwachsenen verglich kalorienreduzierte Diäten mit gleicher Kalorienmenge, die sich nur im Verhältnis von Eiweiß zu Kohlenhydraten unterschieden (Wycherley 2012). Nach im Mittel zwölf Wochen hatte die eiweißreiche Gruppe 0,79 kg mehr Gewicht und 0,87 kg mehr Fett verloren, dafür 0,43 kg weniger fettfreie Masse, zu der die Muskulatur gehört. Satter fühlten sich die Teilnehmenden in drei von fünf Studien, die das erfasst hatten.

Zwei Mechanismen werden diskutiert. Für die Verwertung von Eiweiß verbraucht der Körper 20 bis 30 % der darin enthaltenen Energie, bei Kohlenhydraten 5 bis 10 %, bei Fett 0 bis 3 % (Westerterp 2004). Zudem steigerten eiweißreichere Testmahlzeiten in einer Metaanalyse das Sättigungsgefühl. Die eigentliche Auswertung beruht aber auf nur fünf Studien, und die Autoren mahnen zur Vorsicht, daraus auf Essverhalten oder Körpergewicht zu schließen (Dhillon 2016).

Wer eine Liste von Eiweiß-Lebensmitteln zum Abnehmen sucht, sollte auf eine andere Kennzahl schauen: Eiweiß pro 100 kcal. Hier fallen Nüsse und Kerne zurück, weil sie sehr energiereich sind:

LebensmittelEiweiß pro 100 kcal
Thunfisch im eigenen Saft24,1 g
Harzer Käse23,5 g
Putenbrust23,0 g
Kabeljau22,5 g
Hähnchenbrustfilet21,3 g
Skyr16,2 g
Tofu13,5 g
Hühnerei9,8 g
Linsen, gekocht7,6 g
Kürbiskerne6,0 g
Erdnüsse, geröstet4,7 g
Haferflocken3,8 g

Tabu sind Nüsse damit nicht, sie liefern pro Kalorie nur weniger Eiweiß. Ohne Kaloriendefizit hilft auch viel Eiweiß wenig; wie groß Ihr Defizit sein sollte, zeigt der Kaloriendefizit-Rechner. Die DGE formuliert es nüchtern: Muskelaufbau oder Schlanksein passiere nicht allein durch mehr Protein bei unveränderter Ernährung und Bewegung.

Was die Studien nicht zeigen

  • Dass eine bestimmte Verteilung über den Tag mehr Muskeln bringt: Die Studien hatten 8 bis 36 Teilnehmende, dauerten höchstens sieben Tage und maßen Stoffwechselwerte statt Muskelmasse.
  • Dass Eiweiß allein viele Kilos bewegt: Der Vorteil lag bei 0,79 kg in rund zwölf Wochen, und alle Studien setzten ein Kaloriendefizit voraus.
  • Einen Nutzen spezieller Eiweißprodukte für Gesunde: Die DGE hält sie für überflüssig.

So decken Sie Ihren Bedarf mit normalen Lebensmitteln

Lebensmittel mit viel Eiweiß gibt es auch rein pflanzlich, dann zählt die Kombination: Getreide enthält wenig Lysin, Threonin und Tryptophan, Hülsenfrüchte enthalten wenig Methionin. Zusammen gleichen sie sich aus, etwa bei Linsengemüse mit Reis oder Erbseneintopf mit Brot, so die DGE.

Schalen mit gekochten Linsen, Kichererbsen und Bohnen auf einem Holztisch
Gekochte Hülsenfrüchte liefern 8 bis 9 g Eiweiß pro 100 g; mit Getreide kombiniert ergänzen sich ihre Aminosäuren. Foto: Antoni Shkraba / Pexels

Häufige Fehler, die die Rechnung verzerren:

  • Nüsse als Hauptquelle einplanen: 30 g Mandeln bringen 6,7 g Eiweiß, aber auch 163 kcal.
  • Alles auf den Abend legen: Wer wenig Eiweiß isst, kann laut einer Übersichtsarbeit leichter etwas mehr erreichen, wenn auch Frühstück und Mittagessen Eiweiß enthalten.
  • Für Eiweiß extra zahlen: Im DGE-Preisbeispiel von 2021 kosteten 100 g Bio-Haferflocken mit 13 g Eiweiß ab etwa 0,20 €, 100 g Porridge mit Eiweißzusatz 1,40 €.

Ist viel Eiweiß schädlich, und wann brauchen Sie ärztlichen Rat?

Für gesunde Erwachsene gibt es keine festgelegte Obergrenze. Die DGE verweist auf die EFSA, die die doppelte Höhe des Referenzwerts für Erwachsene als sicher ansieht, also rund 1,6 g pro Kilogramm. Eine Metaanalyse von 28 randomisierten Studien mit 1358 nierengesunden Erwachsenen fand bei eiweißreicher Kost (ab 1,5 g pro Kilogramm oder 100 g am Tag) keine andere Entwicklung der Filterleistung der Nieren als bei normaler oder niedriger Zufuhr; als Schwäche nennen die Autoren ein unklares Verzerrungsrisiko (Devries 2018). Wer viel Eiweiß isst, sollte ausreichend trinken, weil der beim Abbau entstehende Harnstoff über den Urin ausgeschieden wird.

Anders bei kranken Nieren: Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann eine höhere Eiweißzufuhr die Nieren weiter verschlechtern, warnt die DGE. Wenn Sie eine Nierenerkrankung haben, besprechen Sie Ihre Eiweißmenge mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie mehr Eiweiß essen. Das gilt auch, wenn Sie wegen einer anderen Erkrankung eine besondere Kost einhalten sollen.

In Schwangerschaft und Stillzeit gelten die erhöhten DGE-Werte, mehr ist dabei nicht automatisch besser: Laut DGE gibt es Hinweise, dass eine über dem Bedarf liegende Zufuhr in der Schwangerschaft das Übergewichtsrisiko der Kinder erhöht. Wenn Sie schwanger sind und Ihre Ernährung umstellen möchten, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme.

Ihr nächster Schritt: Berechnen Sie Ihren persönlichen Eiweißbedarf mit unserem Rechner für den Proteinbedarf und wählen Sie dann aus der Tabelle die Lebensmittel, die zu Ihrem Alltag passen.

Passender RechnerWie viel Protein am Tag? Proteinbedarf nach Ziel und Alter berechnen

Häufige Fragen

Brauchen ältere Menschen mehr Eiweiß?

Ja, nach heutigem Stand etwas mehr. Die DGE nennt ab 65 Jahren einen Schätzwert von 1,0 g pro Kilogramm Körpergewicht statt 0,8 g. Die europäische Expertengruppe PROT-AGE empfiehlt mindestens 1,0 bis 1,2 g, bei körperlicher Aktivität mindestens 1,2 g und bei vielen akuten oder chronischen Erkrankungen 1,2 bis 1,5 g. Ausnahme sind Menschen mit schwerer Nierenschwäche ohne Dialyse: Sie müssen Eiweiß unter Umständen begrenzen und sollten die Menge ärztlich festlegen lassen.

Reicht pflanzliches Eiweiß für den Muskelaufbau?

Nach Einschätzung der Arbeitsgruppe Sporternährung der DGE gibt es derzeit keine Belege, dass tierisches Eiweiß einen eindeutigen Vorteil bringt; die bisherigen Studien zeigen keine deutlichen Unterschiede in der Wirkung. Wichtig ist die Kombination verschiedener Quellen. Auch Veganerinnen und Veganer sind laut DGE gut versorgt, wenn sie Getreide, Hülsenfrüchte und Kartoffeln gezielt kombinieren und insgesamt genug Energie aufnehmen.

Wie viel Eiweiß brauchen Sportlerinnen und Sportler?

Wer bis zu fünf Stunden pro Woche trainiert, braucht laut DGE nicht mehr als 0,8 g pro Kilogramm. Bei mehr als fünf Stunden Training nennt die DGE je nach Trainingszustand und Ziel 1,2 bis 2,0 g pro Kilogramm, verteilt auf drei bis vier Portionen am Tag. Mehr Eiweiß allein baut keine Muskeln auf, das Training muss sich ebenfalls ändern. Vor einer zeitweise höheren Zufuhr sollte die Nierenfunktion untersucht sein.

Verändert Kochen das Eiweiß in Lebensmitteln?

Die Zahlen pro 100 g ändern sich vor allem durch Wasser: Hülsenfrüchte nehmen beim Kochen Wasser auf, Fleisch verliert beim Braten Wasser. Daneben können Erhitzen und Keimen laut DGE beeinflussen, wie gut die Aminosäuren verfügbar sind, weil sie die Struktur der Proteine verändern. Gerbstoffe in Getreide und Hülsenfrüchten können die Aufnahme dagegen verringern. Für die Tagesbilanz rechnen Sie gegarte Lebensmittel am besten mit Werten für gegarte Lebensmittel.

Quellen

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  4. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). High-Protein-Produkte sind überflüssig. Presseinformation 30/2021.
  5. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Positionspapier zur Proteinzufuhr im Sport. Presseinformation 13/2020.
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