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Ernährung

Magnesium in Lebensmitteln: Die besten Quellen mit Tabelle

Kleine Schalen mit Kürbiskernen, Sonnenblumenkernen, Mandeln und Haferflocken stehen auf einem hellen Küchentisch.
Foto: Jana Ohajdova / Pexels
KÖRPERLABOR STARKE EVIDENZ 27. Oktober 2026

Die kurze Antwort

Am meisten Magnesium pro 100 g liefern laut Bundeslebensmittelschlüssel Kakaopulver (545 mg), Weizenkleie (446 mg) sowie Sesam, Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Chiasamen und Kürbiskerne (285 bis 347 mg), danach Nüsse und Haferflocken. Pro Portion punkten auch Sojabohnen, Buchweizen und Naturreis. Die Schätzwerte der DGE von 350 mg für Männer und 300 mg für Frauen sind mit normalem Essen erreichbar.

Starke Evidenz: Die Magnesiumgehalte stammen überwiegend aus Laboranalysen der deutschen Nährstoffdatenbank BLS 4.0, decken sich mit den Quellen, die die DGE nennt, und deren Beispielrechnungen erreichen die Schätzwerte ohne Präparat. Dünner ist die Datenlage dazu, wie viel davon der Körper aufnimmt: Dazu gibt es nur kleine Studien mit 8 bis 10 Personen.

Das Wichtigste

  • Pro 100 g liefern Kakaopulver 545 mg, Sesam 347 mg, Sonnenblumenkerne 336 mg und Kürbiskerne 285 mg Magnesium (BLS 4.0).
  • Die DGE schätzt den Bedarf Erwachsener auf 350 mg (Männer) und 300 mg (Frauen) pro Tag, in Schwangerschaft und Stillzeit ebenfalls 300 mg.
  • Ein DGE-Beispiel erreicht ohne Präparat 336 mg, unter anderem mit 60 g Haferflocken, je 20 g Kürbis- und Sonnenblumenkernen und Mineralwasser.
  • Phytinsäure in der Menge aus Vollkornbrot senkte den aufgenommenen Magnesiumanteil aus Weißbrot bei 8 bis 9 Erwachsenen von 32,5 auf 13,0 Prozent.
  • Gegen nächtliche Wadenkrämpfe Älterer brachte Magnesium in Studien keinen gesicherten Nutzen; wiederkehrende Krämpfe sollten ärztlich abgeklärt werden.

Wer Magnesium aus Lebensmitteln statt aus Tabletten bekommen möchte, muss nicht lange suchen: Kerne, Samen, Nüsse, Kakao, Vollkorn und Hülsenfrüchte liefern am meisten. Für die meisten Menschen reicht normales Essen, um die Referenzwerte zu erreichen. Die Tabellenwerte stammen aus dem Bundeslebensmittelschlüssel (BLS 4.0), der deutschen Nährstoffdatenbank des Max Rubner-Instituts. Außerdem lesen Sie, was die Aufnahme bremst und warum Magnesium gegen Wadenkrämpfe weniger ausrichtet, als die Vermarktung nahelegt.

Welche Lebensmittel enthalten am meisten Magnesium?

Pro 100 g liegen Kakaopulver mit 545 mg und Weizenkleie mit 446 mg vorn, gefolgt von Sesam, Sonnenblumenkernen, Leinsamen, Chiasamen und Kürbiskernen mit 285 bis 347 mg. Nüsse wie Walnüsse, Mandeln und Cashewkerne liefern 140 bis 258 mg, Haferflocken 121 mg. Pro Portion gerechnet holen gekochte Sojabohnen, Buchweizen, Quinoa und Naturreis auf, weil davon mehr auf dem Teller landet.

Kleine Schalen mit Kürbiskernen, Mandeln und Haferflocken auf einem Holztisch
Kürbiskerne, Mandeln und Haferflocken liefern laut BLS 121 bis 285 mg Magnesium pro 100 g. Foto: ROMAN ODINTSOV / Pexels

Die Tabelle zeigt den Gehalt pro 100 g laut Bundeslebensmittelschlüssel 4.0 und den daraus berechneten, gerundeten Wert für eine Beispielportion. Beilagen und Hülsenfrüchte stehen gegart in der Liste, so wie Sie sie essen.

LebensmittelMagnesium pro 100 gBeispielportionMagnesium pro Portion
Kakaopulver, schwach entölt545 mg10 g55 mg
Weizenkleie446 mg10 g45 mg
Sesam347 mg10 g35 mg
Sonnenblumenkerne336 mg25 g84 mg
Leinsamen323 mg10 g32 mg
Chiasamen306 mg15 g46 mg
Kürbiskerne285 mg25 g71 mg
Cashewkerne258 mg25 g65 mg
Mandeln218 mg25 g54 mg
Bitterschokolade199 mg20 g40 mg
Erdnüsse, geröstet165 mg25 g41 mg
Haselnüsse163 mg25 g41 mg
Walnüsse140 mg25 g35 mg
Haferflocken121 mg50 g61 mg
Sojabohnen, gekocht85 mg150 g128 mg
Spinat, gedünstet82 mg150 g123 mg
Tofu78 mg100 g78 mg
Buchweizen, gekocht67 mg150 g100 mg
Quinoa, gekocht58 mg150 g87 mg
Roggenvollkornbrot56 mg100 g (2 Scheiben)56 mg
Weiße Bohnen, gekocht45 mg150 g68 mg
Kichererbsen, gekocht44 mg150 g66 mg
Naturreis, gekocht43 mg200 g86 mg
Kidneybohnen, gekocht40 mg150 g60 mg
Vollkornnudeln, gekocht37 mg200 g74 mg
Banane28 mg150 g42 mg
Linsen, gekocht22 mg150 g33 mg
Kartoffeln, gekocht22 mg250 g55 mg
Mineralwasser, Durchschnittswert3,3 mg1 Liter33 mg
Leitungswasser, Durchschnittswert0,9 mg1 Liter9 mg

Zwei Dinge fallen auf. Konzentrierte Quellen schlagen nicht automatisch die Hauptmahlzeit: 10 g Kakaopulver liefern 55 mg, ein Teller gekochter Sojabohnen 128 mg. Und gegarte Hülsenfrüchte enthalten pro 100 g deutlich weniger als getrocknete, unter anderem weil sie beim Kochen Wasser aufnehmen: Getrocknete Linsen haben laut BLS 11 Prozent Wasser und 129 mg Magnesium, gekochte 72 Prozent Wasser und 22 mg.

Und die Banane? 150 g bringen 42 mg: solide, aber kein Spitzenwert. Die DGE zählt Bananen wie Kartoffeln, Fleisch und Milchprodukte zu den Lebensmitteln, die vor allem über die gegessene Menge zur Versorgung beitragen.

Wie viel Magnesium brauchen Sie am Tag?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt für Erwachsene ab 19 Jahren 350 mg pro Tag für Männer und 300 mg für Frauen. Für Schwangere und Stillende gelten ebenfalls 300 mg, für Jugendliche von 15 bis unter 19 Jahren 330 mg (männlich) und 260 mg (weiblich). Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kommt für Erwachsene auf dieselben Werte.

Entscheidend ist das Wort, das die DGE seit ihrer Überarbeitung 2021 verwendet: Schätzwert. Eine echte Zufuhrempfehlung lässt sich nach ihren Angaben nicht ableiten, weil belastbare Studien zum durchschnittlichen Bedarf fehlen. Die Werte orientieren sich daran, wie viel gesunde Menschen im Mittel aufnehmen. Ein Tag mit etwas weniger bedeutet deshalb noch keinen Mangel.

Wie viel in Deutschland gegessen wird, geben das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die DGE aus derselben Nationalen Verzehrsstudie II unterschiedlich an: Das BfR nennt mittlere Werte (Median) von 334 bis 378 mg bei Frauen und 389 bis 454 mg bei Männern, die DGE 284 und 345 mg. Einen Mangel hält die DGE bei üblicher Ernährung für selten.

Was bremst die Aufnahme von Magnesium?

Wie viel Magnesium im Körper ankommt, hängt vor allem von der Menge ab. Bei 370 mg am Tag nimmt der Darm laut einer Übersichtsarbeit 30 bis 50 Prozent auf (Schuchardt und Hahn 2017). Je mehr auf einmal kommt, desto kleiner der Anteil: In einer dort zitierten Studie wurden von 36 mg am Tag 65 Prozent aufgenommen, von 973 mg nur 11 Prozent, die absolute Menge stieg trotzdem. Über den Tag verteilt ist die Ausbeute besser als auf einen Schlag.

Phytat aus Kleie und Vollkorn. Phytinsäure sitzt in den Randschichten des Getreides. In zwei Isotopenstudien mit je 8 bis 9 gesunden Erwachsenen bekamen die Teilnehmenden 200 g phytatfreies Weißbrot, einmal ohne und einmal mit zugesetzter Phytinsäure. In der Menge, die in Vollkornbrot steckt, senkte sie den aufgenommenen Anteil des Magnesiums von 32,5 auf 13,0 Prozent, in der halb so großen Menge aus dunklem Brot von 32,2 auf 24,0 Prozent (Bohn 2004). Echtes Vollkornbrot wurde nicht getestet, und es enthält laut BLS rund zweieinhalbmal so viel Magnesium wie Weißbrot. Hinweise, dass Sauerteig mehr Magnesium verfügbar macht, stammen aus einer Studie an Ratten.

Oxalat aus Spinat. In einer Studie derselben Forschungsgruppe aßen neun gesunde Erwachsene dieselbe Mahlzeit einmal mit 300 g Spinat und einmal mit 300 g oxalatarmem Grünkohl. Aus der Spinat-Mahlzeit nahmen sie 26,7 Prozent des Magnesiums auf, aus der Grünkohl-Mahlzeit 36,5 Prozent. Die Autoren gehen davon aus, dass der höhere Magnesiumgehalt des Spinats den Verlust zumindest teilweise ausgleicht.

Hoch dosierte Mineralstoffe. Große Mengen Calcium, Phosphor, Eisen, Kupfer, Mangan oder Zink aus Präparaten können die Aufnahme laut DGE hemmen, die Mengen aus normalem Essen nicht. In einer Stoffwechselstudie mit Männern senkten 142 mg Zink täglich die Magnesiumaufnahme statistisch deutlich (Spencer 1994); 1.667 mg Calcium am Tag änderten dagegen bei 26 jugendlichen Mädchen nichts Relevantes.

Koffein und Alkohol können laut DGE die Ausscheidung über die Niere erhöhen.

Mineralwasser und Leitungswasser: Wie viel Magnesium ist drin?

Beim Wasser entscheidet das Etikett. Als „magnesiumhaltig“ darf ein Mineralwasser nur bezeichnet werden, wenn es mehr als 50 mg Magnesium pro Liter enthält (Mineral- und Tafelwasser-Verordnung, Anlage 6). Der BLS rechnet für ein durchschnittliches Mineralwasser mit 33 mg pro Liter, für Leitungswasser mit 9 mg. Beim Leitungswasser hängt der Gehalt laut DGE von der Quelle und vom Härtegrad ab, hartes Wasser enthält mehr.

Magnesium aus Wasser wird gut aufgenommen. Zehn gesunde Frauen tranken in einer Studie ein Mineralwasser mit 110 mg Magnesium pro Liter: Allein getrunken nahmen sie 45,7 Prozent davon auf, zu einer Mahlzeit 52,3 Prozent (Sabatier 2002). Rechenbeispiel: 1,5 Liter eines Wassers mit 100 mg pro Liter liefern 150 mg, die Hälfte des Schätzwerts für Frauen.

Helfen magnesiumreiche Lebensmittel gegen Wadenkrämpfe?

Die vorliegenden Studien haben Magnesium als Präparat getestet, nicht als Lebensmittel, und selbst so schneidet es schwach ab. Ein Cochrane-Review fasste 11 randomisierte Studien mit 735 Teilnehmenden zusammen. Bei älteren Menschen mit nächtlichen Wadenkrämpfen ohne erkennbare Ursache sank die Zahl der Krämpfe nach vier Wochen gegenüber Placebo um 0,18 pro Woche, ein statistisch nicht gesicherter Unterschied (5 Studien, 307 Personen). Zu Krämpfen in der Schwangerschaft waren die Ergebnisse widersprüchlich, zu Krämpfen beim Sport gab es keine randomisierten Studien (Garrison 2020).

Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie bewertet die Wirksamkeit von Magnesium bei solchen Krämpfen als nicht ausreichend belegt; ein gemessener Mangel soll aber ausgeglichen werden. Krämpfe ohne vorherige Belastung kennt etwa ein Drittel der Bevölkerung, im Alter häufiger. Die Ursachen reichen von Bewegungsmangel, Alkohol und Salzverlust beim Sport in der Hitze über Erkrankungen der Nerven, Schilddrüse, Leber und Nieren bis zu Medikamenten wie Entwässerungsmitteln und Statinen. Im akuten Krampf rät die Leitlinie, den Muskel zu dehnen (DGN 2023).

Was Tabellen und Studien zu Magnesium nicht zeigen

  • Keinen festen Mindestbedarf. 300 und 350 mg sind Schätzwerte aus Verzehrsdaten, keine gemessene Grenze, unter der ein Mangel beginnt.
  • Nicht den Gehalt Ihrer Packung. Tabellenwerte sind Durchschnitte. Der BLS weist für jeden Wert aus, ob er aus eigener Analyse, aus der Literatur oder aus einer Rezeptberechnung stammt; beim Wasser hängt der Gehalt von Quelle und Härtegrad ab.
  • Nicht, was über Monate ankommt. Die Studien zu Phytat, Oxalat und Mineralwasser haben jeweils 8 bis 10 gesunde Erwachsene bei einzelnen Mahlzeiten untersucht. Über den Magnesiumstatus nach Wochen oder Monaten sagen sie nichts.

So decken Sie Ihren Magnesiumbedarf ohne Präparat

Die DGE hat zwei Beispiele durchgerechnet, beide ohne Nahrungsergänzung. Eine Mischkost erreicht 310 mg, unter anderem mit zwei Scheiben Vollkornbrot (55 mg), 250 g Kartoffeln (52,5 mg), 150 g Spinat (91,5 mg) und 1,5 Litern Mineralwasser (45 mg). Eine pflanzenbetonte Auswahl mit Joghurt kommt auf 336 mg:

Infokarte: Ein Rechenbeispiel der DGE liefert 336 mg Magnesium ohne Nahrungsergänzung
Pflanzenbetontes DGE-Beispiel mit Haferflocken, Kernen, Banane und Mineralwasser; die Mischkost kommt auf 310 mg.
  • 60 g Haferflocken: 77,4 mg
  • 20 g Sonnenblumenkerne: 67,2 mg
  • 20 g Kürbiskerne: 57,0 mg
  • 1,5 Liter Mineralwasser: 45,0 mg
  • 150 g Banane: 45,0 mg
  • 150 g Joghurt, 125 g Aprikosen und 150 g Feldsalat: zusammen 44,5 mg

Beide liegen über den 300 mg für Frauen, obwohl es laut DGE keine vollständigen Tagespläne sind; die DGE rechnet dabei mit leicht anderen Nährwerten als der aktuelle BLS. Fünf Hebel für den Alltag:

  1. Vollkorn statt heller Beilagen: 200 g gekochter Naturreis bringen 86 statt 27 mg (polierter Reis), Vollkornnudeln 74 statt 40 mg, 100 g Roggenvollkornbrot 56 statt 22 mg (Weißbrot).
  2. Täglich Kerne oder Nüsse: Die DGE rät zu einer kleinen Handvoll Nüsse am Tag. 25 g Kürbis- oder Sonnenblumenkerne liefern 71 bis 84 mg und heben die 310 mg der Mischkost über die 350 mg für Männer.
  3. Hülsenfrüchte mindestens einmal pro Woche, wie von der DGE empfohlen: 150 g gekochte Bohnen oder Kichererbsen liefern 60 bis 68 mg, Sojabohnen 128 mg.
  4. Haferflocken zum Frühstück: 50 g bringen 61 mg, mit 10 g Kakaopulver kommen 55 mg dazu.
  5. Wasser nach Etikett wählen: Ein Liter eines magnesiumhaltigen Mineralwassers liefert mehr als 50 mg, Leitungswasser im Durchschnitt 9 mg.

Wie Vollkorn, Hülsenfrüchte und Nüsse in einen ausgewogenen Speiseplan passen, lesen Sie im Themenbereich Ernährung.

Wann sollten Sie ärztlichen Rat einholen?

Magnesium aus normalen Lebensmitteln ist für Gesunde unbedenklich. Nachteilige Effekte wurden laut DGE und BfR bisher nicht beobachtet, die Nieren können die Ausscheidung auf fast 100 Prozent steigern. Vorsicht ist in diesen Fällen geboten:

  • Wiederkehrende Muskelkrämpfe: Lassen Sie die Ursache ärztlich klären, statt auf Verdacht Präparate zu nehmen. Die Leitlinie sieht als Basis unter anderem Blutwerte zu Elektrolyten, Nieren, Schilddrüse und dem Muskelenzym CK vor.
  • Taubheitsgefühle, Kribbeln, Herzstolpern oder anhaltende Schwäche: Solche Beschwerden können laut DGE bei ausgeprägtem Magnesiummangel auftreten, haben aber viele andere Ursachen und gehören in ärztliche Hände.
  • Nierenerkrankungen: Scheiden die Nieren weniger aus, kann Magnesium aus Präparaten oder Abführmitteln laut DGE zu einer Überversorgung führen, zunächst mit Durchfall, bei stark erhöhtem Blutspiegel mit Übelkeit, Erbrechen und Blutdruckanstieg. Bei Niereninsuffizienz, Herzrhythmusstörungen oder Myasthenie soll Magnesium laut Leitlinie nicht als Mittel gegen Krämpfe eingesetzt werden.
  • Erkrankungen und Dauermedikamente: Einen Mangel begünstigen laut DGE chronische Durchfälle, Aufnahmestörungen im Darm, Darmoperationen, Nierenerkrankungen, chronischer Alkoholkonsum und manche Dauermedikamente wie Entwässerungsmittel. Bei Säureblockern (Protonenpumpenhemmern) hatten in 16 Beobachtungsstudien mit 131.507 Personen 19,4 Prozent der Anwender einen niedrigen Magnesiumspiegel, unter Nichtanwendern 13,5 Prozent (Srinutta 2019). Nach einer EU-weiten Empfehlung von 2011 warnen die Fachinformationen vor schweren Fällen nach mindestens drei Monaten Einnahme, meist nach einem Jahr. Setzen Sie Medikamente nicht eigenmächtig ab, sondern sprechen Sie mit Ihrer Praxis oder Apotheke.
  • Präparate: Das BfR empfiehlt höchstens 250 mg Magnesium pro Tagesdosis eines Nahrungsergänzungsmittels, verteilt auf mindestens zwei Portionen. Ab etwa 300 mg aus Präparaten kann Durchfall auftreten. Mehr dazu im Bereich Nahrungsergänzung.

Für alle anderen ist Magnesium vor allem eine Frage der Lebensmittelauswahl. Berechnen Sie Ihren Kalorienbedarf, dann sehen Sie, wie viel Platz eine Handvoll Kerne oder eine Portion Hülsenfrüchte in Ihrem Tag hat.

Häufige Fragen

Welche Nüsse haben am meisten Magnesium?

Laut Bundeslebensmittelschlüssel enthalten Paranüsse 379 mg Magnesium pro 100 g, Cashewkerne 258 mg, Mandeln 218 mg, Pistazien 183 mg, geröstete Erdnüsse 165 mg, Haselnüsse 163 mg und Walnüsse 140 mg. Eine Handvoll von 25 g Cashewkernen liefert 65 mg, gut ein Fünftel des Schätzwerts für Frauen. Sonnenblumen- und Kürbiskerne bringen pro 25 g noch etwas mehr, nämlich 84 und 71 mg.

Ist Kakao oder Schokolade eine gute Magnesiumquelle?

Kakaopulver ja: Schwach entöltes Kakaopulver enthält laut BLS 545 mg pro 100 g, 10 g liefern also 55 mg bei rund 37 kcal. Bitterschokolade kommt auf 199 mg pro 100 g; 20 g bringen 40 mg, aber auch rund 113 kcal. Vollmilchschokolade enthält mit 53 mg pro 100 g nur gut ein Viertel davon. Kakaogetränkepulver liefert deutlich weniger: Die DGE rechnet für 4 g mit 6 mg.

Kann man mit Lebensmitteln zu viel Magnesium aufnehmen?

Bei gesunden Menschen nicht. Laut DGE und BfR wurden bei hoher Zufuhr aus Lebensmitteln bisher keine nachteiligen Effekte beobachtet, weil die Nieren die Ausscheidung auf fast 100 Prozent steigern können. Die Obergrenze von 250 mg pro Tag gilt nur für zusätzliches Magnesium aus Präparaten und angereicherten Lebensmitteln. Wer eine eingeschränkte Nierenfunktion hat, bespricht Präparate und Abführmittel mit der Ärztin oder dem Arzt.

Brauchen Sportlerinnen und Sportler mehr Magnesium?

Einen eigenen Schätzwert für Sportler gibt es nicht. Über den Schweiß gehen laut DGE relativ geringe Mengen verloren. Ob Training die Verluste über Urin oder Stuhl erhöht, ist umstritten: Ältere Studien fanden das, neuere nicht; bei Radsportlern stieg die Ausscheidung über die Niere selbst in einer intensiven Trainingsphase nicht. Wer wegen des Trainings mehr isst, erhöht mit Vollkorn, Kernen und Hülsenfrüchten auch die Magnesiumzufuhr.

Lässt sich ein Magnesiummangel im Blut erkennen?

Nur eingeschränkt. Laut DGE liegt nur etwa 1 Prozent des Körpermagnesiums außerhalb der Zellen. Der Blutwert wird in einem engen Bereich von 0,75 bis 0,96 mmol/l gehalten und sinkt erst, wenn die Versorgung über mehr als 80 Tage knapp ist. Beschwerden zeigen sich meist erst unter 0,5 mmol/l. Ob ein Mangel vorliegt, beurteilt deshalb Ihre Ärztin oder Ihr Arzt zusammen mit Beschwerden, Vorerkrankungen und Medikamenten.

Quellen

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  3. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Hülsenfrüchte und Nüsse regelmäßig essen. DGE-Empfehlungen Gut essen und trinken.
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