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Nahrungsergänzung

Ashwagandha: Wirkung, Nebenwirkungen und was das BfR rät

Getrocknete Pflanzenwurzeln und ein Schälchen mit hellem Pulver auf einem Holztisch.
Foto: Evandro Paula Alves / Pexels
KÖRPERLABOR BEGRENZTE EVIDENZ 1. November 2026

Die kurze Antwort

Ashwagandha senkte in kleinen, meist nur wenige Wochen dauernden Studien den empfundenen Stress und verbesserte den Schlaf leicht; die Gewissheit dieser Belege gilt als niedrig. Berichtet werden Magen-Darm-Beschwerden, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen und Fälle von Leberschäden. Das BfR rät Kindern, Schwangeren, Stillenden und Menschen mit Lebererkrankungen ab und allen anderen zur Zurückhaltung.

Begrenzte Evidenz: Mehrere Metaanalysen randomisierter Studien finden Effekte auf Stress und Schlaf, doch die Studien sind klein, kurz, sehr uneinheitlich und oft herstellernah; die Autoren bewerten die Gewissheit als niedrig.

Das Wichtigste

  • Zwölf Studien mit 1.002 Teilnehmenden zeigen weniger Stress und Angst unter Ashwagandha, die Gewissheit der Belege gilt aber als niedrig.
  • In einer Studie mit 60 Menschen mit Insomnie dauerte das Einschlafen nach zehn Wochen 29 statt 34 Minuten, rund fünf Minuten weniger.
  • Testosteron stieg in Studien messbar, doch bei 57 älteren Männern unterschieden sich Müdigkeit, Tatkraft und sexuelles Wohlbefinden nicht vom Placebo.
  • Das BfR rät Kindern, Schwangeren, Stillenden und Menschen mit Lebererkrankungen ab; eine unbedenkliche Aufnahmemenge konnte es nicht ableiten.
  • In fünf dokumentierten Fällen trat ein Leberschaden 2 bis 12 Wochen nach Einnahmebeginn auf, alle Betroffenen bekamen eine Gelbsucht.

Ashwagandha gibt es als Pulver, Kapsel, Tropfen oder Tee, und in sozialen Netzwerken gilt die Pflanze als Mittel gegen Stress, für besseren Schlaf und für mehr Testosteron. Die kurze Antwort: In kleinen Studien über einige Wochen senkte Ashwagandha den selbst eingeschätzten Stress stärker als ein Placebo und verbesserte den Schlaf ein wenig. Die Autoren der Übersichtsarbeiten bewerten die Gewissheit dieser Ergebnisse allerdings als niedrig.

Bei der Sicherheit ist das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) deutlich: Kinder, Schwangere, Stillende und Menschen mit Lebererkrankungen sollen keine Ashwagandha-Präparate einnehmen, alle anderen nur mit Zurückhaltung. Ein Grund sind Fallberichte über Leberschäden. Eine Menge, die als unbedenklich gilt, konnte das BfR nicht ableiten.

Was bewirkt Ashwagandha laut Studien?

Ashwagandha-Extrakt senkte in randomisierten Studien den selbst berichteten Stress und die Angstwerte, bei Schlafstörungen verkürzte er die Einschlafzeit um wenige Minuten, und bei Männern stiegen die Testosteronwerte. Die Studien waren jedoch klein, liefen meist nur über einige Wochen und wurden oft von Extraktherstellern finanziert oder beliefert. Die Gewissheit gilt als niedrig.

Getrocknete Wurzelstücke und eine Tasse Kräutertee auf einem Holztisch
Ashwagandha gibt es als Pulver, Kapsel, Tropfen oder Tee; Pflanzenteile und Gehalte unterscheiden sich stark. Foto: Evandro Paula Alves / Pexels

Ashwagandha (Withania somnifera), auf Deutsch auch Schlafbeere oder Winterkirsche, wird traditionell in der ayurvedischen Medizin genutzt, vor allem die Wurzel. In europäischen Präparaten stecken inzwischen auch Blätter. Als biologisch aktiv gelten Withanolide und Alkaloide. Welche Stoffe in welcher Menge hinter den Studienergebnissen stehen, lässt sich laut BfR nicht benennen.

Stress und Angst: deutliche Zahlen, wackelige Grundlage

Die Metaanalyse von Akhgarjand und Kollegen (2022) fasst zwölf randomisierte Studien mit zusammen 1.002 Teilnehmenden zusammen. Im Vergleich zu Placebo sanken Stress und Angst rechnerisch deutlich. Die Einzelstudien kamen aber zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen: Das statistische Maß für diese Uneinheitlichkeit lag bei 83 und 94 Prozent. Die Autoren selbst stufen die Gewissheit der Belege als niedrig ein.

Eine zweite Auswertung mit neun Studien und 558 Personen fand auf der Perceived Stress Scale, einem Fragebogen zum empfundenen Stress, im Mittel 4,7 Punkte weniger als unter Placebo und auf der Hamilton-Angstskala 2,2 Punkte weniger (Arumugam 2024). Eine dritte Auswertung von 2025 mit 488 Teilnehmenden sah zwar niedrigere Cortisolwerte, aber keinen statistisch gesicherten Effekt auf den empfundenen Stress (Albalawi 2025).

Ein Beispiel für eine Einzelstudie: 64 Erwachsene mit chronischem Stress nahmen 60 Tage lang einen Wurzelextrakt oder ein Placebo. Ihr Wert auf der Stressskala sank um 44 Prozent, unter Placebo um 5,5 Prozent; das Cortisol im Blut fiel um 27,9 gegenüber 7,9 Prozent (Chandrasekhar 2012). Den Extrakt stellte sein Hersteller zur Verfügung.

Ashwagandha und Schlaf: ein kleiner Effekt

Zum Schlaf gibt es weniger Daten. Eine Metaanalyse von fünf Studien mit 400 Erwachsenen fand einen kleinen, aber statistisch gesicherten Effekt (Cheah 2021). Deutlicher war er bei Menschen mit diagnostizierter Schlafstörung und bei einer Einnahme über mindestens acht Wochen. Die Teilnehmenden fühlten sich morgens wacher, ihre Lebensqualität änderte sich nicht messbar.

In einer der eingeschlossenen Studien nahmen 60 Menschen mit Insomnie und Ängsten zehn Wochen lang Extrakt oder Placebo, ihren Schlaf erfasste ein Bewegungssensor (Aktigrafie). Mit Ashwagandha schliefen sie am Ende nach 29 Minuten ein, mit Placebo nach 34 Minuten (Langade 2019). Auch in der Placebogruppe ging das Einschlafen schneller als zu Beginn. Den Extrakt lieferte wieder der Hersteller.

Ashwagandha und Testosteron: höhere Werte, kein spürbarer Unterschied

In einer Crossover-Studie nahmen 57 übergewichtige Männer zwischen 40 und 70 Jahren mit leichter Erschöpfung je acht Wochen lang Extrakt und Placebo (Lopresti 2019). Das Testosteron im Speichel stieg mit Ashwagandha um 14,7 Prozent stärker als mit Placebo. Müdigkeit, Tatkraft und sexuelles Wohlbefinden unterschieden sich jedoch nicht von der Placebophase. Nur 43 Männer blieben alle 16 Wochen dabei, finanziert hat die Studie der Extrakthersteller.

In einer Krafttrainingsstudie mit 57 jungen Männern stieg das Testosteron nach acht Wochen mit Ashwagandha um 96 ng/dl, mit Placebo um 18 ng/dl (Wankhede 2015). Das Maximalgewicht beim Bankdrücken stieg in der Ashwagandha-Gruppe um 46 kg, in der Placebogruppe um 26 kg. Mehr als die Hälfte des Zuwachses brachte also das Training allein. Wie Sie Kraft systematisch aufbauen, lesen Sie im Themenbereich Training.

Eine Metaanalyse von 2026 mit 23 Studien und 1.706 Teilnehmenden errechnete für Männer im Mittel 57 ng/dl mehr Testosteron, für Frauen keinen Effekt; der Schilddrüsenwert T4 stieg leicht (Fornalik 2026). Eine Übersicht zu Kräutern und Testosteron gibt zu bedenken, dass solche Daten überwiegend von jungen, gesunden Männern stammen; über alle Pflanzen hinweg hatten nur 6 von 32 Studien ein geringes Verzerrungsrisiko (Smith 2021).

StudieWer und wie vieleDauerErgebnis
Akhgarjand 2022, Metaanalyse12 Studien, 1.002 Personenunterschiedlichweniger Stress und Angst, Gewissheit niedrig
Albalawi 2025, Metaanalyse7 bzw. 6 Studien, 488 Personenab 2 WochenCortisol niedriger, empfundener Stress unverändert
Chandrasekhar 201264 Erwachsene mit chronischem Stress60 TageStresswert 44 % niedriger, mit Placebo 5,5 %
Langade 201960 Menschen mit Insomnie10 Wocheneingeschlafen nach 29 statt 34 Minuten
Lopresti 201957 Männer, 40 bis 70 Jahrezweimal 8 WochenTestosteron 14,7 % stärker gestiegen, Befinden wie mit Placebo
Fornalik 2026, Metaanalyse23 Studien, 1.706 PersonenunterschiedlichMänner 57 ng/dl mehr Testosteron, Frauen kein Effekt

Was die Ashwagandha-Studien nicht zeigen

  • Folgen einer langen Einnahme: Die Einzelstudien in diesem Artikel dauerten pro Behandlungsphase acht bis zehn Wochen. Was bei einer Einnahme über Monate passiert, ist laut BfR unzureichend untersucht.
  • Nebenwirkungen im Detail: Die Studien suchten nach einem Nutzen, unerwünschte Wirkungen wurden laut BfR nicht systematisch erfasst.
  • Unabhängigkeit: Mehrere der hier zitierten Studien wurden vom Hersteller des getesteten Extrakts finanziert oder mit dessen Extrakt durchgeführt. Falsch werden die Ergebnisse dadurch nicht, aber unabhängige Bestätigungen wären aussagekräftiger.
  • Übertragbarkeit auf Ihr Produkt: Getestet wurden meist standardisierte Extrakte. Im Handel stecken mal Wurzeln, mal Kraut und Blüten, mal Extrakte darin, und nur 20 von 73 Produkten im Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW nannten den genauen Gehalt.
  • Nutzen höherer Testosteronwerte: In der Studie mit älteren Männern brachten die höheren Messwerte gegenüber Placebo keinen Unterschied bei Energie oder sexuellem Wohlbefinden.
  • Sicherheit für Schwangere, Stillende und Kinder: Dazu fehlen Daten.

Ashwagandha einnehmen: Was Sie vorher prüfen sollten

Eine Dosierungsempfehlung finden Sie hier bewusst nicht. Weder das BfR noch die französische Lebensmittelbehörde ANSES konnten eine Menge festlegen, die als sicher gilt. Die Präparate in den Studien sind zu unterschiedlich und zu ungenau beschrieben, um Wirkungen einem bestimmten Inhaltsstoff zuzuordnen.

Verbindliche Höchstmengen gibt es in Deutschland nicht. Die Verbraucherzentrale NRW hat für ihren Marktcheck von Ende 2025 bis Anfang 2026 deshalb die polnischen Grenzwerte herangezogen: 83 Prozent der Produkte mit Angaben zu Withanoliden lagen mit ihrer Tagesmenge darüber; im Schnitt betrug sie das 4,5-Fache dessen, was polnische Behörden als sicher ansehen. Auch Warnhinweise fehlten oft. Einen Hinweis für Kinder trugen 30 Prozent der 73 Produkte, für Schwangere 43 Prozent, für Menschen mit Lebererkrankungen 15 Prozent und zu Wechselwirkungen mit Medikamenten sowie mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln nur 10 Prozent.

  1. Prüfen Sie, ob Sie zu einer der Gruppen gehören, denen BfR oder ANSES abraten (Übersicht weiter unten). Dann verzichten Sie.
  2. Lesen Sie das Etikett: Welcher Pflanzenteil, welche Menge, welche Warnhinweise? Fehlen diese Angaben, lässt sich das Produkt nicht einschätzen.
  3. Bedenken Sie, dass Kombipräparate es laut BfR erschweren, eine Nebenwirkung einer bestimmten Zutat zuzuordnen.

Welche Nebenwirkungen hat Ashwagandha?

Laut BfR wurden vor allem Übelkeit, Erbrechen und Durchfall berichtet, außerdem Benommenheit, Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit und Hautausschläge. Zudem gibt es Hinweise, dass Ashwagandha das Immunsystem und den Hormonhaushalt beeinflussen kann: Cortisol, Blutzucker, Schilddrüsen- und Sexualhormone.

Infokarte: In fünf dokumentierten Fällen trat der Leberschaden 2 bis 12 Wochen nach Beginn der Einnahme auf
Fallserie aus Island und den USA (Björnsson 2020): Alle fünf bekamen eine Gelbsucht, ein Leberversagen trat nicht auf.

In kurzen Studien fällt wenig auf. Bei 80 gesunden Erwachsenen blieben Blutbild, Leber- und Schilddrüsenwerte über acht Wochen unauffällig, Nebenwirkungen meldete niemand (Verma 2021). Seltene Reaktionen kann eine Studie dieser Größe aber nicht erfassen.

Leberschäden: was die Fallberichte zeigen

Die Fallserie von Björnsson und Kollegen (2020) beschreibt fünf Betroffene aus Island und den USA, drei Männer und zwei Frauen zwischen 21 und 62 Jahren. Zwei bis zwölf Wochen nach Beginn der Einnahme bekamen alle eine Gelbsucht, dazu Übelkeit, Abgeschlagenheit, Juckreiz und Bauchbeschwerden. Juckreiz und erhöhte Bilirubinwerte hielten 5 bis 20 Wochen an. Ein Leberversagen trat nicht auf, bei vier Betroffenen normalisierten sich die Leberwerte nach einem bis fünf Monaten. In den Präparaten fand sich Ashwagandha, aber kein anderer Giftstoff; vier der fünf nahmen allerdings weitere Nahrungsergänzungsmittel.

Schwerer verliefen Fälle aus Indien: Von acht Betroffenen, die nur Ashwagandha genommen hatten, waren fünf bereits leberkrank. Drei von ihnen erlitten ein akutes Leberversagen auf dem Boden ihrer Vorerkrankung und starben (Philips 2023). Eine Übersicht bis Ende 2025 zählt 25 veröffentlichte Fälle aus 13 Arbeiten, darunter ein Leberversagen mit Transplantation und drei Todesfälle bei Menschen mit vorbestehender Leberzirrhose (McIntyre 2026).

Schilddrüse: messbare Verschiebungen

In einer Studie mit 50 Erwachsenen mit subklinischer Unterfunktion, also erhöhtem TSH ohne deutliche Beschwerden, veränderten sich TSH, T3 und T4 nach acht Wochen signifikant stärker als unter Placebo (Sharma 2018). Was dort als Erfolg galt, kann bei anderen zum Problem werden. Eine 73-jährige Frau, die ihre Unterfunktion zwei Jahre lang selbst mit Ashwagandha behandelt hatte, stellte sich mit Herzrasen und einer Schilddrüsenüberfunktion vor; nach dem Absetzen verschwanden die Beschwerden (Kamal 2022). Einen ähnlichen Fall bei einer gesunden 32-Jährigen beschrieb eine niederländische Fachzeitschrift schon 2005 (van der Hooft 2005).

Was rät das BfR zu Ashwagandha?

Das BfR hat seine Einschätzung im September 2024 veröffentlicht (Mitteilung 039/2024). Die beworbenen Wirkungen seien wissenschaftlich nicht belegt, die Risiken bislang nicht gut untersucht. Besonders Berichte über Leberschäden, darunter Fälle von akutem Leberversagen, geben aus Sicht des Instituts Anlass zur Vorsicht. Das BfR empfiehlt:

  • Kinder, Schwangere und Stillende sollen keine Ashwagandha-Präparate einnehmen, weil Daten zur Sicherheit fehlen.
  • Menschen mit einer bestehenden oder früheren Lebererkrankung ebenfalls nicht.
  • Alle anderen sollen zurückhaltend sein.
  • Wer Medikamente gegen Diabetes, gegen Bluthochdruck oder zur Unterdrückung des Immunsystems nimmt, soll vorher ärztlich Rücksprache halten, weil Wechselwirkungen möglich sind.

Die französische Behörde ANSES rät zusätzlich Menschen mit Schilddrüsen- oder Herzerkrankungen, mit einem Überschuss männlicher Hormone (Hyperandrogenismus) und allen, die Beruhigungsmittel oder andere dämpfende Medikamente nehmen, von Ashwagandha ab. Begründet wird das mit fehlenden Sicherheitsdaten, beobachteten Nebenwirkungen und der überlieferten Verwendung der Pflanze als Abtreibungsmittel. Die Verbraucherzentrale NRW rät zudem Frauen mit Kinderwunsch zum Verzicht, weil das Risiko einer Fehlgeburt steigen könnte.

Rechtlich ist Ashwagandha in Deutschland ein Nahrungsergänzungsmittel, also ein Lebensmittel. Eine behördliche Prüfung vor dem Verkauf gibt es nicht, für die Sicherheit ist der Hersteller verantwortlich. Eine EU-weit einheitliche Regel fehlt. In Dänemark ist die Pflanze derzeit verboten, in Frankreich sind Warnhinweise Pflicht. Die Leiterinnen und Leiter der europäischen Lebensmittelbehörden haben Ashwagandha 2024 auf eine Liste von 13 Stoffen gesetzt, für die sie ein EU-Verfahren empfehlen, an dessen Ende ein Verbot oder Beschränkungen stehen können.

Wann sollten Sie ärztlichen Rat einholen?

Setzen Sie Ashwagandha ab und lassen Sie sich zeitnah ärztlich untersuchen, wenn Haut oder Augen gelb werden, der Urin dunkel wird oder Sie Juckreiz, Übelkeit, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit oder ungewohnte Müdigkeit bemerken. Genau diese Beschwerden beschreiben die Berichte über Leberschäden. Auch Herzrasen gehört abgeklärt.

Vor der Einnahme sollten Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke sprechen, wenn Sie chronisch krank sind oder Medikamente nehmen, besonders gegen Diabetes, Bluthochdruck oder Schilddrüsenerkrankungen, zur Unterdrückung des Immunsystems, zum Schlafen oder zur Beruhigung. Hintergründe zu Arzneimitteln finden Sie in unserem Themenbereich Medikamente.

Und falls schlechter Schlaf der eigentliche Anlass ist: Wer über mehr als einen Monat in mehr als drei Nächten pro Woche schlecht schläft, hat nach der Definition von Fachleuten eine chronische Schlafstörung. Das Gesundheitsportal des Bundes nennt als Behandlung etwa die kognitive Verhaltenstherapie, verschreibungspflichtige Schlafmittel sind nur kurzzeitig ratsam. Das gehört in die Hausarztpraxis, nicht in den Warenkorb.

Prüfen Sie weitere Präparate, bevor Sie Geld dafür ausgeben: Unsere Faktenchecks finden Sie im Themenbereich Nahrungsergänzung.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis Ashwagandha wirkt?

Verlässlich sagen lässt sich das nicht. Die hier beschriebenen Studien maßen ihre Ergebnisse nach acht bis zehn Wochen, in der Schlaf-Metaanalyse waren die Effekte bei einer Einnahme über mindestens acht Wochen deutlicher. Gerade die längere Einnahme ist aber schlecht untersucht: Zu den Folgen über Monate fehlen laut BfR verlässliche Daten. In einer Fallserie traten Leberschäden zwei bis zwölf Wochen nach Einnahmebeginn auf.

Ist Ashwagandha in Deutschland erlaubt?

Ja. Ashwagandha wird als Nahrungsergänzungsmittel verkauft, ohne behördliche Prüfung vor dem Verkauf und ohne verbindliche Höchstmengen. Das BfR rät trotzdem Kindern, Schwangeren, Stillenden und Menschen mit Lebererkrankungen ab und allen anderen zur Zurückhaltung. In Dänemark ist die Pflanze derzeit verboten, in Frankreich sind Warnhinweise Pflicht. Eine EU-weit einheitliche Regelung gibt es laut Verbraucherzentrale bislang nicht.

Darf ich Ashwagandha nehmen, wenn ich schwanger werden möchte?

Davon raten Fachstellen ab. Das BfR empfiehlt Schwangeren und Stillenden, keine Ashwagandha-Präparate zu nehmen, weil Daten zur Sicherheit fehlen; überliefert ist zudem eine Verwendung der Pflanze als Abtreibungsmittel. Die Verbraucherzentrale NRW rät auch Frauen mit Kinderwunsch zum Verzicht, weil Ashwagandha das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen könnte. Besprechen Sie Nahrungsergänzungsmittel bei Kinderwunsch am besten mit Ihrer Frauenarztpraxis.

Kann ich Ashwagandha mit Schlaf- oder Beruhigungsmitteln kombinieren?

Davon raten Fachstellen ab. Ashwagandha kann selbst schläfrig machen. Die französische Behörde ANSES empfiehlt Menschen, die Beruhigungsmittel oder andere dämpfend wirkende Medikamente nehmen, auf Ashwagandha zu verzichten, und rät bei Schläfrigkeit vom Autofahren ab. Die Verbraucherzentrale nennt außerdem Antiepileptika. Klären Sie jede Kombination vorher in der Apotheke oder in Ihrer Arztpraxis.

Hilft Ashwagandha bei einer Schilddrüsenunterfunktion?

Eine kleine Studie mit 50 Erwachsenen sah nach acht Wochen veränderte Schilddrüsenwerte. Das zeigt vor allem, dass die Pflanze in den Hormonhaushalt eingreift, eine Behandlung begründet es nicht. Es gibt Fallberichte über eine Überfunktion nach der Einnahme, und die ANSES rät Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen von Ashwagandha ab. Wenn Sie Schilddrüsenhormone nehmen, sprechen Sie vor jeder Einnahme mit Ihrer Arztpraxis.

Quellen

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